

Kunst erleben unter freiem Himmel
28. August 2026Neuenburger Kunstwoche vom 24. bis 30. August 2026
Unter dem Motto „Wir bringen die Kunst aufs Land“ verwandelt der Kunstverein Bahner e. V. das Gelände am Neuenburger Schloss wieder in ein lebendiges Open-Air-Atelier. Im Mittelpunkt der diesjährigen Kunstwoche steht das Thema „Textil und Tuch“ – ein Material,´das nicht nur in der zeitgenössischen Kunst, sondern auch in der Geschichte Zetels eine bedeutende Rolle spielt.
Fünf ausgewählte Künstlerinnen schaffen während der Woche ihre Werke direkt vor Ort auf dem Rauchkatengelände. Ausgewählt wurden Lotte Günther aus Berlin, Gudrun Müller-Mollenhauer aus Hessen, Janina Röhrich aus Baden-Württemberg, Turid Schuszter aus Bayern und Andrea Ziegler aus Hamburg. Die fünf zeichnen sich durch eine breite Palette künstlerischer Produktivität aus. Die Künstler sollen Textilien z. B. für Skulpturen, Installationen und Bilder verwenden, wobei sie Techniken wie Weben, Sticken, Stricken oder Häkeln anwenden könnten. Textilkunst geht heute weit über rein ästhetische Aspekte hinaus und bezieht sich häufig auf gesellschaftliche Themen wie Konsum, Produktion, Mensch sein und Identität. Das Spektrum umfasst alle gesellschaftlichen Erscheinungen. Die Künstler heben während der Kunstwoche die Eigenschaften des Materials und die künstlerische Arbeit hervor, um die Bedeutung des Werkes zu vermitteln. Neben klassischen Techniken wie Weben können auch moderne Verfahren zum Einsatz kommen, um dreidimensionale Objekte, Skulpturen, Malerei, Mixed Media oder Installationen zu schaffen.
Besonderen Stellenwert hat das Thema Textil als eines der drei historischen Schlüssel-Gewerbe auch für die Gemeinde Zetel. Die ideelle Verbindung der Bevölkerung zu diesem Thema ist durch die seit frühgeschichtlicher Zeit nachgewiesene Produktion von textilen Produkten auf Wurten Nordwestdeutschlands gegeben. Bis zur Neuzeit entwickelte sich Zetel zu einer Hochburg für Textilfertigung mit exzellentem Ruf. Wolle wurde zunächst an bis zu 541 Handwebstühlen im Jahr 1850 verarbeitet. Im Zuge der Industrialisierung entstanden ab 1871 drei mechanische Wollwebereien im Ort sowie Leinen- und weitere Gewebe verarbeitende Betriebe und Zetel wurde zu einer Hochburg der Textilverarbeitung. Das „Zeteler Tuch“ wurde bald international exportiert und gerühmt und die Wollstoffe waren hoch begehrt. Straßen- und Ortsnamen wie „Weberstraße“, „Alte Bleiche“ und „Färberstraße“ zeugen noch heute von der großen historischen Bedeutung der Textilverarbeitung in der Gemeinde Zetel und die dokumentarische Aufarbeitung mit diesem Zweig Zeteler Geschichte wird vom Heimatverein Zetel begleitet.
Besucherinnen und Besucher können den Kunstschaffenden über die Schulter schauen, mit ihnen ins Gespräch kommen und Kunst hautnah erleben. Gleichzeitig entdecken Schulklassen in kreativen Workshops den künstlerischen Umgang mit Textilien. Den Höhepunkt der Woche bildet die Abschlussveranstaltung am 30. August 2026 ab 13 Uhr im Freilichtmuseum Rauchkate am Neuenburger Schloss. Dann werden die während der Kunstwoche entstandenen Werke der Öffentlichkeit präsentiert. Darüber hinaus erwartet die Gäste ein abwechslungs-reiches Rahmenprogramm für die ganze Familie. U. a. präsentiert die Friesische Wollweberei „coastland“ traditionelles Handwerk und die Ausstellung „Zeteler Tuch“ des Heimatvereins Zetel gibt spannende Einblicke in die regionale Textilgeschichte.
Gerne hat sich die Kulturstiftung Öffentliche Oldenburg an dieser traditionsreichen Kunstwoche mit beteiligt.
Weitere Informationen finden Sie unter: www.bahner-neuenburg.de oder https://www.zetel.de/portal/seiten/neuenburger-kunstwoche-909000045-20930.html.
Text: Gemeinde Zetel
Fotos: Gabriele Mesch








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