Der Vorstand der IHK bei der Pressekonferenz.
Land und Leute

Iran-Konflikt trifft Oldenburgs Wirtschaft mit Wucht

20. April 2025

Die wirtschaftliche Bilanz für 2025 fällt noch recht positiv aus.

„Die wirtschaftlichen Auswirkungen des Iran-Konflikts kommen gerade mit großer Wucht in der Breite der regionalen Wirtschaft an. In vielen Betrieben wächst daher die Verunsicherung“, fasst Felix Jahn, Geschäftsführer für den Bereich Geschäfte weltweit bei der Oldenburgischen Industrie- und Handelskammer (IHK), die Ergebnisse einer nicht-repräsentativen Blitzumfrage der IHK zusammen.

Jan Müller bei der Pressekonferenz.
Politik ist gefordert

Besonders belastend sind laut Jahn steigende Ausgaben für Energie und Treibstoffe sowie höhere Transport-, Fracht- und Versicherungskosten. „Viele Unternehmen reagieren bereits mit Preis- und Kostenanpassungen, bauen Lager auf, weichen auf alternative Routen aus oder halten Investitionen zurück“, berichtete Jahn anlässlich der Jahrespressekonferenz der IHK. Kurzfristig sehe ein spürbarer Teil der Betriebe kaum eigene Handlungsmöglichkeiten.

IHK-Präsident Jan Müller sieht jetzt die Politik gefordert. „Wir brauchen sofort wirksame Entlastungen bei Energie, Kraftstoffen und transportnahen Kosten.“ Auch eine verlässliche Energie- und Versorgungssicherheit müsse die Politik gewährleisten. Doch das allein reiche nicht aus. „Ebenso zentral für die oldenburgische Unternehmerschaft sind mehr Planungssicherheit und ein konsequenter Abbau administrativer Hemmnisse“, so Müller weiter. Die Unternehmen forderten unabhängig vom Iran-Konflikt dringend Reformen. „Leider sehen sie aber bis heute kaum konkrete Umsetzungen“, bedauerte der IHK-Chef. Das habe zur Folge, dass viele Betriebe eine sinkende Wettbewerbsfähigkeit wahrnehmen.

Bild links: IHK-Präsident Jan Müller.  Foto: IHK/Andreas Burmann 

2025 mit Umsatzplus

Die jetzige Stimmung sei eine Fortsetzung der Entwicklung, die auch 2025 für die Unternehmen im Oldenburger Land prägend war – nämlich große Unsicherheit durch die geopolitischen Krisen und insbesondere die US-Zollpolitik. Der IHK-Konjunkturklima-Index, der die Stimmung der Unternehmen widerspiegelt, signalisiere für 2025 konjunkturellen Stillstand, so Geschäftsführer Björn Schaeper. Die nackten Zahlen sehen aber gar nicht ganz so schlecht aus. So verzeichnete die regionale Industrie 2025 ein Umsatzplus von 6,1 Prozent auf 30,1 Milliarden Euro. Vor allem der Kfz- und sonstige Fahrzeugbau legte mit 12,0 Prozent kräftig zu, aber auch die Bauindustrie mit plus 10,7 Prozent. Das die Region stark bestimmende Ernährungsgewerbe (Anteil am Industrieumsatz 47,5 Prozent) verzeichnete einen Zuwachs von 5,1 Prozent. Auch die Zahl der Industriebeschäftigen (in Unternehmen mit mehr als 50 Mitarbeitenden) stieg nochmals leicht um 1,2 Prozent auf 80.824. Regional boomte die Industrie vor allem in der Wesermarsch mit plus 30,3 Prozent – insbesondere wegen des Flug- und Schiffsbau. Einen Einbruch mit minus 7,8 Prozent gab es hingegen in Wilhelmshaven.

Das Gebäude der IHK in Oldenburg.
Ausbildungszahlen sinken

Leicht unter Druck war 2025 der Ausbildungsmarkt. Registriert wurden 3.986 neu abgeschlossene Ausbildungsverträge. Das entspricht einem Rückgang von zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr. Während die Zahl in den kaufmännischen Berufen um 3,1 Prozent sank, gab es in den gewerblich-technischen Berufen nur ein kleines Minus von 0,1 Prozent. Regional zeigen sich deutliche Unterschiede: Einem Plus im Landkreis Friesland von 31,7 Prozent stand ein Minus von 16,8 Prozent in Wilhelmshaven gegenüber.

Als mögliche Ursachen für die Rückgänge nennen die Betriebe vor allem fehlende oder ungeeignete Bewerbungen. Häufig bestünden Defizite in der Ausbildungsreife, insbesondere in Mathematik, in der sprachlichen Ausdrucksfähigkeit und in der Belastbarkeit. Hinzu kämen eine mangelnde Berufsorientierung – rund 45 Prozent der jungen Menschen seien noch unentschlossen – sowie der Umstand, dass etwa 20 Prozent direkt in den Arbeitsmarkt einsteigen möchten, ohne zuvor eine weitere Qualifikation zu erwerben.

Bild links: Das Gebäude der IHK in Oldenburg (dahinter das Gebäude der Öffentlichen Oldenburg).  Foto: IHK
Bild oben:  Blickten auf die wirtschaftliche Entwicklung im Oldenburger Land zurück (von links): Björn Schaeper, Jan Müller und Hauptgeschäftsführer Dr. Torsten Slink.   Foto: IHK/Andreas Burmann

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