
Kolumne
27. Mai 2026Für Carolin Hinrichs, Läuferin und Autorin dieser Kolumne, hat die Sommersaison begonnen.
Liebe Leserinnen und Leser,
der Sommer hat uns zu Pfingsten einen sonnigen Vorgeschmack geliefert, und mit den ersten heißen Tagen ist auch die Sommersaison in der Leichtathletik gestartet. In den letzten Monaten habe ich viel trainiert und möchte bei den anstehenden Wettkämpfen zeigen, was ich mir im Winter erarbeitet habe.
„Ausflug“ über 10 Kilometer
Im Winter konnte ich krankheitsbedingt keine Hallensaison bestreiten. Im März habe ich mich dann für einen „Ausflug“ auf die 10-Kilometer-Distanz gewagt, um wieder etwas Wettkampfluft zu schnuppern. Ich bin bei der Deutschen Meisterschaft über 10 Kilometer Straße gestartet und konnte überraschenderweise die Bronzemedaille in meiner Altersklasse U23 gewinnen. Dazu bin ich noch eine neue Bestleistung von 35 Minuten und eine Sekunde gelaufen. Damit bin ich super zufrieden, vor allem, weil die 10-Kilometer-Distanz nicht meine Hauptstrecke ist. Gerne hätte ich die 35-Minuten-Marke noch geknackt, aber dafür war am Ende keine Kraft mehr da. Zehn Kilometer können dann doch ganz schön lang werden.
3000 Meter ohne und mit Hindernis
Dann bin ich nach einem längeren Trainingsblock mit einem intensiven Trainingslager am 17. Mai in die Sommersaison eingestiegen. Bei meinem „Season Opener“ bin ich über die 3000-Meter-Distanz gestartet und habe eine neue Bestleistung von 9 Minuten und 21 Sekunden aufgestellt. Eine Woche später, am 24. Mai, stand ich dann für mein erstes 3000-Meter-Hindernisrennen in dieser Saison an der Startlinie. Die heißen Temperaturen und ein sehr großes Starterfeld haben die Bedingungen für das Rennen nicht leicht gemacht; am Wassergraben bin ich leider mehrmals ins Straucheln gekommen, weil eine Läuferin mir den Weg abgeschnitten hat. Das gehört aber zum Hindernisrennen dazu, und mit 10 Minuten und 0,2 Sekunden bin ich am Ende nur einen Hauch über der 10-Minuten-Marke geblieben. Mein Ziel war es, meine Bestleistung von 9 Minuten und 53 Sekunden anzugreifen, das war in diesem unrhythmischen Rennen aber leider nicht möglich. Doch es kommen noch weitere Wettkämpfe in dieser Saison, und auf diese Leistung lässt sich auf jeden Fall aufbauen!
Balance zwischen Sport und Uni
Als Nächstes habe ich zwei weitere Wettkämpfe über die 1500-Meter-Distanz geplant, um ein bisschen an meiner Schnelligkeit zu feilen. In gut drei Wochen folgt dann mein nächster Hinderniswettkampf bei der Track Night in Wien.
Dort werde ich auch hoffentlich etwas erholter am Start stehen; ich habe in den ersten beiden Maiwochen noch drei Klausuren für mein Studium geschrieben. Das Studium gibt mir eine gute Balance zwischen Leistungssport und Uni, und durch das Fernstudium bin ich sehr flexibel, was meine Klausurtermine betrifft. Ich bin sehr froh, dass ich einige Klausuren jetzt schon vor der Saison schreiben konnte, so habe ich während der Sommersaison nicht mehr so einen großen Lernaufwand, den ich bewältigen muss.
Meisterschaften fest im Blick
Feste Termine im Kalender sind natürlich die Deutschen Meisterschaften der U23 am 3. Juli und die Deutschen Meisterschaften der Erwachsenen am 25./26. Juli. Mit einem Auge schaue ich auch auf die Europameisterschaften, die vom 10. bis 16. August in Birmingham stattfinden. Die Erst- und Zweitplatzierte der Deutschen Meisterschaft werden vorrangig für die EM nominiert, ein dritter Startplatz wird dann nach der besten Saisonleistung vergeben. Die nationale Konkurrenz ist allerdings auch ziemlich stark, und es wird auf jeden Fall nicht einfach, sich da durchsetzen.
Ich bin gespannt, was die Sommersaison für mich bereithält und freue mich, euch auf dem Weg mitzunehmen.
Genießt die kommenden sonnigen Tage. Und ich wünsche allen, dass der Sommer auch einige persönliche Höhepunkte bereithält.
Liebe Grüße
Eure Carolin Hinrichs