

Alles rund ums Ei
18. März 2026Das kleine ovale Lebensmittel ist ein Wunder der Natur. Zu Ostern hat es Hochkonjunktur.
Ob hartgekocht, als schnelles Rührei oder im Kuchen: Das Ei ist aus der Küche nicht wegzudenken. Wissenschaftlich betrachtet ist es ein Nährstoffwunder, da es alle Baustoffe enthält, die für die Entstehung eines Lebewesens nötig sind. „Das Eiweiß (Protein) im Ei hat eine hohe biologische Wertigkeit, und unser Körper kann es fast zu 100 Prozent in körpereigenes Protein umwandeln“; erklärt Verena Dorloff vom Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) in Bonn. Besonders hervorzuheben seien die fettlöslichen Vitamine A, D, E und K und auch wichtige B-Vitamine, die unseren Energiestoffwechsel und die Funktion unserer Nervenzellen unterstützen. Zudem liefere das Ei Mineralstoffe wie Calcium, Phosphor und Eisen sowie Kalium und Natrium.
Etwas mehr ist erlaubt
Zu Ostern hat das kleine ovale Lebensmittel wieder Hochkonjunktur. Ausgeblasene Eier werden – vor allem mit Kindern – gern als Osterbrauch bemalt. „Auch wenn die lebensmittelbezogenen Ernährungsempfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) nur ein Ei pro Woche, zum Beispiel als Frühstücksei beinhalten, können zu Ostern durchaus mal mehrere Eier gegessen werden“, meint Dorloff. Lebensmittel, die verarbeitete Eier enthalten, beispielsweise Nudeln, Gebäck oder der selbst gebackene Osterzopf seien in dieser Empfehlung noch nicht eingerechnet und kommen zusätzlich dazu.
Eier besitzen mit der sogenannten Cuticula eine natürliche dünne äußere Schutzschicht gegen Keime. Damit diese erhalten bleibt, sollten frische Eier möglichst wenig berührt und auf keinen Fall gewaschen werden, rät die BZfE-Expertin. Nach dem Kauf lagern sie am besten durchgehend im Kühlschrank. Das Mindesthaltbarkeitsdatum verrät in der Regel das Etikett auf dem Eierkarton. Gefärbte, hartgekochte Eier halten sich im Kühlschrank etwa vier Wochen lang, sofern die Schale unbeschädigt ist.
„Zur sicheren Abtötung von Keimen wie Salmonellen muss das Ei bei der Zubereitung durcherhitzt werden“, betont Dorloff. Kalte Speisen wie Mayonnaise, Zabaione oder Tiramisu sollten nur mit ganz frischen Eiern (maximal 5 bis 10 Tage alt) zubereitet und im Anschluss durchgängig im Kühlschrank gelagert beziehungsweise schnell verzehrt werden.
Ein weit verbreiteter Irrtum sei, dass Abschrecken mit kaltem Wasser nach dem Kochen das Pellen erleichtert. Tatsächlich entscheide das Alter des Eis über die Lösbarkeit der Schalenhaut. Sie lässt sich bei älteren Eiern in der Regel leichter lösen als bei ganz frischen. „Und falls Sie gekochte Eier aufheben wollen, besser auf das Abschrecken verzichten: Der Temperaturunterschied kann feine Risse in der Schale verursachen, durch die Keime eindringen und die Haltbarkeitsdauer verkürzen können“, warnt Dorloff.
Übrigens: Ob man zum Öffnen des Frühstückseis das schnelle Köpfen oder das stilvolle Klopfen wählt, bleibt ganz dem persönlichen Gusto überlassen – wie auch die Wahl des geeigneten Eierlöffels. „Nur aus Silber sollte er nicht sein, denn er verfärbt sich durch den Schwefelanteil im Eiweiß dunkel, und das kann den Geschmack unangenehm beeinträchtigen“, weiß die Expertin.
Die Erzeugung der Eier ist streng reguliert, um Qualität und Sicherheit zu gewährleisten. Die Transparenz beginnt direkt auf der Schale: Beim Einkauf hilft der Stempel auf dem Ei, die Herkunft zu bestimmen. Die erste Ziffer des Codes steht für die Haltungsform: 0 = Bio, 1 = Freiland, 2 = Boden. Dahinter folgt das Länderkürzel: „DE“ steht für ein Ei aus deutscher Erzeugung. Oft steht die genauere regionale Herkunft zusätzlich auf dem Eierkarton und hilft, sich beim Kauf für möglichst kurze Transportwege der Eier zu entscheiden. Die individuelle siebenstellige Betriebsnummer am Ende des Codes macht die lückenlose Rückverfolgbarkeit bis zum Stall möglich.
Die Deutschen essen immer mehr Eier. Laut der neuesten Versorgungsbilanz des Bundesinformationszentrums Landwirtschaft (BZL) in Bonn wuchs der Verbrauch in Deutschland 2025 auf 21 Milliarden Eier an nach 20,7 Milliarden Eier im Jahr zuvor. Verarbeitete Eier sind hierin enthalten. Der Pro-Kopf-Verbrauch stieg damit auf 252 Eier. Seit 2022 nimmt der Verbrauch laut BZL kontinuierlich zu; damals lag er bei 234 Eiern pro Person. „Eier stellen eine kostengünstige Quelle für hochwertiges Eiweiß dar“, erklärt Dr. Josef Goos, Leiter des BZL. Außerdem könnten Ernährungsformen wie vegetarische Ernährung oder „Low Carb“ ein Grund für den steigenden Eierverbrauch sein.
Die Nachfrage nach Eiern kann durch die heimische Erzeugung nicht annähernd gedeckt werden. Zwar legte jedes Huhn in Deutschland 2025 mit im Durchschnitt 299 Eiern im Jahr rund vier Eier mehr als 2024. Allerdings sanken die Legehennenbestände. So konnte die Produktion im Inland laut BZL nur leicht von 15,2 Milliarden Eiern auf knapp 15,3 Milliarden Stück gesteigert werden.
Zu Ostern gibt es traditionell eine erhöhte Eier-Nachfrage. Die Marktlage sei dabei, so BZL-Chef Goos, schwierig. Die gestiegene Nachfrage treffe auf sinkende Tierbestände „aufgrund von Geflügelkrankheiten sowie dem Abbau der Kleingruppenhaltung“. Trotzdem schätzt Goos die Versorgung mit Eiern zu Ostern als sicher ein.
Autor dieses Beitrags

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