

Sommer, Sonne, Salmonellen
30. Juli 2026Die Landwirtschaftskammer rät: Kühlkette beim Lebensmittelkauf beachten.
Wenn die Temperaturen steigen, wird der sichere Umgang mit leichtverderblichen Lebensmitteln zur Herausforderung. „Besonders im Sommer ist es entscheidend, die Kühlkette vom Einkauf bis zur Lagerung zu Hause nicht zu unterbrechen“, betont Annegret Nitsch, Ernährungsberaterin bei der Landwirtschaftskammer Niedersachsen in Oldenburg. Denn Krankheitserreger wie Salmonellen, Campylobacter oder Noroviren vermehren sich bei Temperaturen zwischen 20 und 40 Grad Celsius besonders schnell, „alle 15 bis 20 Minuten können sie sich verdoppeln“, weiß die Fachfrau. So können Lebensmittel unbemerkt zum Gesundheitsrisiko werden, da die Besiedelung mit Krankheitserregern weder am Geruch noch am Aussehen zu erkennen ist.
Morgens oder abends einkaufen
Eine Kühlung unter 7 Grad Celsius tötet Krankheitserreger zwar nicht ab, verlangsamt oder stoppt jedoch die Vermehrung dieser Mikroorganismen, erklärt Nitsch. Während für Erzeuger und Handel eine lückenlose Überwachung der Kühlkette gesetzlich vorgeschrieben ist, liegt die Verantwortung beim privaten Lebensmitteleinkauf bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern.
Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte den Einkauf in die kühleren Morgen- oder Abendstunden verlegen und gekühlte sowie tiefgekühlte Produkte erst ganz zum Schluss in den Einkaufswagen legen, rät die Ernährungsberaterin. Eine gut isolierte Kühlbox oder eine Kühltasche mit Kühlakkus hilft, die Temperatur auch auf dem Heimweg stabil zu halten. Das Auto sollte möglichst im Schatten geparkt und die Lebensmittel vor Sonneneinstrahlung im Auto geschützt werden.
„Zuhause angekommen, gilt: kühlpflichtige Waren sofort in den Kühlschrank räumen“, betont Nitsch. Die meisten Kühlschränke haben unterschiedliche Kühlzonen, dies sollte beim Einräumen beachtet werden. Die kälteste Stelle im Kühlschrank befindet sich direkt über dem Gemüsefach (0 bis 4°C), hier werden leicht verderbliche Lebensmittel wie Geflügel, Fleisch oder Fisch aufbewahrt. In der darüber liegenden Zone herrschen Temperaturen von 5 bis 7°C, wenn der Kühlschrank auf 7°C eingestellt ist. Hier werden Milch und Milchprodukte, Käse, Wurst oder zubereitete Speisen gelagert. „Entfernen Sie nach dem Einkauf möglichst die Umverpackungen. Damit die kühle Luft im Kühlschrank besser zirkulieren kann, achten Sie darauf, ihn nicht zu überfüllen“, rät Nitsch.
Sofern bei sensiblen Lebensmitteln die erforderliche Kühltemperatur nicht eingehalten werden kann, sollten insbesondere Geflügel-, Fleisch- und Fischprodukte noch am selben Tag gut durchgegart werden. Über das Erhitzen werden Krankheitserreger sicher abgetötet.
„Übrigens: Diese Empfehlungen gelten nicht nur im Hochsommer, auch an warmen Frühjahrs- oder Herbsttagen ist Vorsicht geboten“, betont die Ernährungsberaterin der Landwirtschaftskammer in Oldenburg.
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