Blick durch eine Tür in ein weiß gehaltenes Großraumbüro. An der Tür hängt ein Schild mit der Auftritt "Arbeitsbereich Psst, Schnabel halten"
Gesundheit

Bürolärm kann Rückenschmerzen auslösen

10. April 2026

 

Tastengeklapper, Telefonate, Lüftungsgeräusche - das klingt nach simplem Büroalltag, kann aber Schmerzen verursachen. Wieso das so ist und wie wichtig Lärmschutz auch am Schreibtisch ist.

Lärm kann krank machen. Immerhin gehört er laut der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) zu den häufigsten Gefährdungen am Arbeitsplatz. In Deutschland sind demnach vier bis fünf Millionen Arbeitnehmer gehörgefährdendem Lärm ausgesetzt. Dementsprechend ist die Berufskrankheit Lärmschwerhörigkeit mit fast 9.000 Fällen (Stand 2024) die am häufigsten von der gesetzlichen Unfallversicherung DGUV anerkannte Berufskrankheit.

Aber schon scheinbar harmlose Hintergrundgeräusche in einem Schreibtischjob? Auch sie können den Körper unter Stress setzen, heißt es von der Aktion Gesunder Rücken (AGR). 

Lärmstress löst Beeinträchtigungen und Schädigungen aus

Insbesondere können Gehörschäden oder auch nicht gehörschädigende Wirkungen und Gefährdungen wie beispielsweise das Überhören von Warnsignalen, Befindlichkeits- und Kommunikationsstörungen sowie ein erhöhtes Risiko für das Herz-Kreislauf-System auftreten.

Wenn das Gehirn Geräusche als störend bewertet, wird zudem das Stresssystem aktiviert. Der Körper schüttet Cortisol aus, Puls und Blutdruck steigen, die Muskulatur verkrampft. Besonders betroffen sind Nacken und Schultern. Das kann laut der AGR auf Dauer sogar zu Rückenschmerzen führen.

Lärmschutz im Büroalltag gehört laut der Aktion deswegen zur Ergonomie wie ein guter Stuhl oder ein höhenverstellbarer Schreibtisch. Der Ball liegt dabei vor allem auf Arbeitgeberseite, indem etwa Bereiche geschaffen werden, wo man konzentriert arbeiten, vertraulich telefonieren oder sich kurz erholen kann.

Tipps für Betroffene

Was können Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer selbst tun? Diese drei Tipps gibt die AGR:

  • Störende Hintergrundgeräusche zum Beispiel mit Noise-Cancelling-Kopfhörern ausblenden.
  • Möglichst in geschlossenen Räumen Telefonate führen oder Meetings abhalten.
  • Regelmäßig kurze Pausen machen und sich bewegen, um Stress abzubauen und verspannte Muskeln zu lockern. Und wenn es nur einmal pro Stunde ein kurzer Gang vor die Tür ist.

Foto: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa-tmn

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Pia Marie Wenholz

Pia Marie Wenholz ist Mit­­a­r­bei­­te­­rin der Öffent­lichen Olden­burg. Sie ist ver­ant­wort­lich für den Be­reich Pres­se und Kommu­ni­ka­tion.

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