Bei einem Holzkohlegrill schlagen die Flammen sehr hoch. Im Hintergrund ist blauer Himmerl zu sehen.
Gesundheit

Löschdecke und Co.

4. Mai 2026

Wie Sie bei Grillunfällen richtig handeln. 

 

Nicht immer ist Grillen nur Vergnügen. Es kann auch wehtun – und gefährlich sein, etwa wenn statt des Grillguts die Haut brandheiß wird. Ein Arzt erklärt, was man bei einem Unfall tun sollte.

Grillen gehört für viele einfach zu Frühling und Sommer dazu. Doch der Umgang mit Feuer, Gas, Rauch und Fett ist nicht ganz ungefährlich. Kommt etwa die Haut mit dem Rost oder dem heißen Grillgut in Berührung, kann eine sogenannte Kontaktverbrennung entstehen. Sie ist in der Regel zwar nur klein und oberflächlich. Anders sieht es allerdings aus, wenn eine Flamme die Haut verbrennt. Dann wird die Verbrennung großflächiger – besonders wenn Brandbeschleuniger eingesetzt werden, um das Feuer anzufachen. Auch spritzendes Fett kann größere Verletzungen auf der Haut verursachen.

Löschdecke passt in den Picknickkorb

Passiert etwas, sollte man zunächst die Gefahrenquelle aus dem Weg schaffen, so Prof. Christoph Hirche, Direktor der Klinik für Plastische Chirurgie, Hand- und Rekonstruktive Mikrochirurgie an der Berufsgenossenschaftlichen (BG) Unfallklinik Frankfurt. Also den brennenden Grill löschen – mit Wasser oder indem man ihn abdeckt. Dafür tut es zur Not die Picknickdecke. Eine zusammengefaltete Löschdecke findet zwischen Grillgut, Tellern und Getränken auch gut Platz. Außerdem ist es ratsam, eine Wasserflasche griffbereit zu haben. 

Die Wunde richtig versorgen

Kleinere Verbrennung sollten man kurzzeitig kühlen, rät Hirche. Kaltes Wasser hilft, die Schmerzen zu lindern. Bei großflächigen Verbrennungen kann eine Kühlung allerdings zum Auskühlen des ganzen Körpers führen. Schritt zwei ist die Desinfektion der Wunde. Schritt drei ein steriler Verband mit einer nicht haftenden Wundauflage, einer Kompresse und einem elastischen Wickel. Das schützt die Wunde vor Bakterien und reduziert Schmerzen. 

Wenn die Verbrennung größer ist oder nach ein paar Tagen nicht abheilt, sollte man zum Hausarzt oder in eine Spezialklinik. Gefährlich wird es, wenn mehr als 15 Prozent der Körperoberfläche betroffen sind. Behandlungsbedarf besteht auch, wenn die Verbrennung besonders tief ist oder besondere Körperstellen betrifft wie etwa Genitalien oder die Augen, so der Mediziner.

Besser Vor- als Nachsicht

Verzichten auf den Grillspaß muss man aber nicht: „Grillen mit Sicherheitsbewusstsein kann man auch als Mediziner vertreten“, sagt Prof. Hirche, der selbst gern grillt. Seine wichtigsten Ratschläge:

  • Keine Brandbeschleuniger nutzen.
  • Gasgrills regelmäßig warten.
  • Abstand halten – das gilt besonders für Kinder.
  • Alkohol nur in Maßen.
  • Nie in geschlossenen Räumen grillen.

Foto: Monique Wüstenhagen/dpa-tmn 

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Pia Marie Wenholz

Pia Marie Wenholz ist Mit­­a­r­bei­­te­­rin der Öffent­lichen Olden­burg. Sie ist ver­ant­wort­lich für den Be­reich Pres­se und Kommu­ni­ka­tion.

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