

Erfolgsmodell Bio-Siegel
12. Februar 2026Der Bio-Umsatz boomt. Aber deutsche Landwirte können die Nachfrage nicht decken.
Es ist ein Erfolgsmodell: Vor 25 Jahren hat die Bundesregierung das deutsche Bio-Siegel eingeführt. Heute tragen hierzulande die meisten ökologischen Produkte das sechseckige staatliche Siegel. Es kennzeichnet Lebensmittel und landwirtschaftliche Produkte, die nach der EU-Öko-Verordnung erzeugt, verarbeitet, importiert und gehandelt werden, erläutert das Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) in Bonn. Das garantiere die Einhaltung von hohen einheitlichen Standards der ökologisch wirtschaftenden Höfe und Unternehmen. Sie werden regelmäßig von Öko-Kontrollstellen kontrolliert.
Produkte mit dem Bio-Siegel müssen vor der Markteinführung bei der Informationsstelle Bio-Siegel in der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE/Bonn) registriert werden. Nach der Einführung 2001 waren vor allem Brot und Backwaren mit dem Siegel schnell auf dem Markt. Viele andere Lebensmittel folgten. Heute hat die BLE mehr als 112.000 Bio-Produkte von gut 7.300 Unternehmen in ihrer Datenbank.
Insbesondere Heißgetränke wie Tee tragen dazu bei, dass die Anzahl an Bio-Siegeln kontinuierlich steigt. Ende 2025 war Tee mit über 16.000 Produkten der Spitzenreiter. Dabei bildete Kräutertee in all seinen Variationen mit 13.523 Siegeln die größte Gruppe. Auch Grün- und Schwarztee, Kaffee und Kakaoprodukte zählen zu den „Heißgetränken“. Platz zwei im Ranking mit 13.079 Produkten belegte laut BZfE die Warengruppe „Gewürze und Kräuter“.
Bio-Umsatz boomt
Bio-Lebensmittel sind auch der Umsatztreiber im Einzelhandel. Im vergangenen Jahr stieg der Umsatz mit Bio-Lebensmitteln in Deutschland um 6,7 Prozent auf den Rekordwert von 18.23 Milliarden Euro, teilte der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW/Berlin) anlässlich der Bio-Weltleitmesse Biofach in Nürnberg mit. Die Ökolandbau-Fläche in Deutschland wuchs allerdings nur um 1,1 Prozent, womit der Bio-Anteil an der Gesamtfläche nun auf 11,7 Prozent kommt. Jeder siebte Bauernhof in Deutschland wirtschaftet bio-ökologisch.
Die steigende Bio-Nachfrage führt allerdings dazu, dass sie durch die heimische Produktion immer weniger gedeckt werden kann. Laut BÖLW kommen 40 Prozent der Bio-Möhren und 25 Prozent der Bio-Zwiebeln aus dem Ausland. Hohe ausländische Anteile gebe es auch bei Bio-Milch, -Butter und -Fleisch. So stammt gut ein Drittel des Bio-Schweinefleischs aus Nachbarländern.
Die BÖLW-Vorstandsvorsitzende Tina Andres sieht hierin „eine vertane Chance für eine Branche, die fast 400.000 Menschen hierzulande Arbeit und Heimat gibt“. Sie fordert deutliche Signale aus der Politik und appelliert an Bund, Länder und Kommunen, die Bio-Strategie umzusetzen. Dazu gehören nach ihrer Ansicht „mehr Bio-Lebensmittel in Kantinen und Kindergärten“. Das mittelständische Lebensmittelhandwerk müsse gefördert und regulatorisch entlastet werden. Und, so Andres Forderung an die Politik: „Stärken Sie die Forschung für die Öko-Wertschöpfungskette!“
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