

Vogelwohnung gesucht
16. März 2026So helfen Nistkästen im Frühling.
Wohnungsnot bei Meise, Star & Co.? Warum jetzt der beste Zeitpunkt ist, Nistkästen aufzuhängen – und wie man mit wilden Ecken und Sträuchern mehr Vogelbesuch anlockt.
Man hört sie bereits singen: Amsel, Blaumeise und Co. bereiten sich allmählich auf den Frühling vor und machen sich wieder auf die Suche nach passenden Brutplätzen. Aber „Auch in der Vogelwelt ist der Wohnungsmarkt angespannt“, so Biologin Angelika Nelson vom Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern (LBV). Natürliche Brutplätze, etwa in morschen Bäumen, gibt es nur begrenzt. Wer Vögel bei der Wohnungssuche unterstützen möchte, kann die Zeit Ende Februar bis Anfang März nutzen, um Nistkästen im Garten oder auf dem Balkon aufzuhängen.
Das passende Zuhause
Dabei sollten Garten- und Balkonbesitzer beachten: Nicht jeder Nistkasten passt zu jeder Vogelart. Halboffene Nistkästen eignen sich besonders für Arten, die ihre Nester gern in Nischen oder unter Vorsprüngen bauen. Zu den typischen Bewohnern zählen zum Beispiel Arten wie Hausrotschwanz, Rotkehlchen, Bachstelze oder Grauschnäpper. Wichtig ist, dass die Vögel den Kasten gut anfliegen können und sich in der Nähe offene Flächen wie Wiesen befinden – dort finden die Vögel genügend Insekten als Nahrung.
Und dann gibt es da noch die geschlossenen Höhlenbrüterkästen mit einem Einflugloch, die bevorzugt von Arten wie Meisen, Sperlingen, Kleibern oder Staren angenommen werden. Hier sollte man auf die passende Lochgröße achten. Kleinere Öffnungen locken eher kleine Arten (etwa Meisen) an. Größere Arten wie Sperlinge oder Stare hingegen brauchen auch größere Öffnungen. Für Vogelkolonien wie Spatzen sollte man mehrere Kästen nebeneinander anbringen.
Der Nistkasten sollte in einer Höhe von etwa 1,5 bis drei Metern angebracht werden. Die Einflugöffnung zeigt am besten nach Osten oder Südosten, sonst kann es im Innern zu warm werden. Damit bei Sturm nichts passiert, sollte der Kasten zudem gut befestigt sein. Zum Schutz vor Katzen, Mardern und anderen Nesträubern können Dornenranken, etwa von Wildrose oder Schlehe, unterhalb des Nistkastens am Stamm angebracht werden. Genügend Abstand zu Dächern oder Ästen verhindert, dass Tiere von oben auf den Kasten springen können.
Wer schon einen Nistkasten im Garten hat, sollte ihn jetzt reinigen. Dabei wird altes Nistmaterial entfernt und mit Bürste und Wasser gesäubert – bitte keine chemischen Reinigungsmittel verwenden.
Mehr Vögel gibt es dort, wo genug Futter und Verstecke vorhanden sind. Wilde Ecken sowie Stauden und Sträucher erhöhen die Chancen auf voll besetzte Nistkästen. Schon einzelne Pflanzen wie Flockenblumen, Disteln, Wegwarten oder Königskerzen helfen – sogar auf dem Balkon.
Foto: Stefan Puchner/dpa/dpa-tmn
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