Grünes Golfplatzgelände mit einem kleinen Holzbrücke über einen Wasserlauf und einem Springbrunnen im Teich.
Land und Leute

Golf in Parklandschaft

5. November 2026

Der Oldenburgische Golfclub gilt als einer der schönsten in der Region. Ein Ereignis im Jahr 2023 brachte dem Verein ein zweijähriges Provisorium.

Jens Walter erinnert sich noch heute so genau, als ob es gestern war. „Am 16. Juni 2023 bekam ich um 6.30 Uhr die ersten Bilder: Seit kurz vor fünf Uhr morgens stand unser Clubhaus in Flammen“, berichtet der Präsident des Oldenburgischen Golfclubs in Rastede-Liethe. Das wohl einschneidendste Ereignis in der damals 59-jährigen Geschichte des Golfclubs. Eine Reinigungskraft hatte das Feuer entdeckt. Das Ausmaß: Der Dachstuhl, die Küche, das Restaurant standen in Vollbrand und wurden zerstört. Umkleiden, Toiletten, Büros und der Shop wurden durch Rauch und Löschwasser sehr stark in Mitleidenschaft gezogen.

Terrasse mit Tischen, Stühlen und Sonnenschirmen umgeben von Bäumen und Grünflächen. Wolkenverhangener Himmel.
Neues Clubhaus

Auch heute noch ist man der freiwilligen Feuerwehr Hahn-Lehmden und denen der umliegenden Gemeinden sehr dankbar. „Die haben sehr schnell reagiert das Feuer ruckzuck gelöscht“, erinnert sich Walter. Was dann folgte war eine zweijährige Provisorium-Zeit mit Pavillon-Zelten, Toiletten-Containern und Containern für Besprechungen und Siegerehrungen. Denn der Spielbetrieb musste natürlich auch in der Zeit des Wiederaufbaus weitergehen. „Aber das ging stimmungsmäßig schon an die Vereinssubstanz“, so der Präsident. Im Juli 2025 konnte dann das neue Clubhaus eröffnet werden – mit einem goldenen Golfball und einer rauschenden Party im Rahmen der 33. Oldenburgischen Golf-Woche.

Angefangen hat die Geschichte des Vereins 1964. Initiator war Dr. Paul Berning, der damalige Vorstandsvorsitzende der Oldenburgischen Landesbank AG. Zusammen mit 13 Größen der oldenburgischen Wirtschaft gründete er den Oldenburgischen Golfclub. Den Golfplatz entwarf der bekannte Golfplatz-Architekt Bernhard von Limburger. Sein Markenzeichen: ein gepflanzter Baum mitten auf einem Fairway.

Lächelnder Mann mit Bart steht auf einem Golfplatz, umgeben von Bäumen und einer Fahne im Hintergrund.
Immer mehr Mitglieder

Auf Wiesen-, Wald- und Feuchtflächen in Liethe entstanden bis 1966 die ersten fünf Bahnen, 1967 dann weitere zwei, und 1968 schließlich die neunte. 1972 konnte der Verein sein 100. Mitglied begrüßen. Vereinsheim war ein altes Ammerländer Zweiständerhaus, das noch heute – unter Denkmalschutz – am Rande des Platzes steht. 1987 schließlich wurde der Golfplatz von neun auf 18 Bahnen erweitert, 1995 ein neues Clubhaus gebaut. Bis zum Tag, an dem dieses Clubhaus abbrannte, wuchs der Verein auf 1.150 Mitglieder an. „Wir haben wahrscheinlich den schönsten Golfplatz im weiteren Umkreis“, schwärmt Club-Chef Walter. „Die Parklandschaft des Ammerlandes prägt die Spielbahnen durch eine gelungene Kombination aus alten, teilweise von Rhododendren umrahmten Waldbahnen und freien Fairways, bei denen strategische Wasserhindernisse und gut platzierte Bunker das Spiel bestimmen“, beschreibt er die Anlage.

Stolz ist Walter, der seit 2025 Club-Präsident ist, darauf, dass man die Mitgliederzahl mit knapp 1.100 auch in der Provisorium-Zeit trotz der Einschränkungen nahezu halten konnte. Und auf noch etwas ist er stolz: Das Green-Keeper-Team gehört fest zum Club und wurde nicht wie bei vielen anderen Golfvereinen outgesourct. Zusätzlich hat der Oldenburgische Golfclub das „Golf & Natur“-Zertifikat des Deutschen Golf Verbands. „Es zeichnet Golfanlagen aus, die höchste Standards in den Bereichen Nachhaltigkeit, Umweltbewusstsein, Tierschutz und Qualität erfüllen – im Einklang von Golfsport und Natur“, erläutert Walter.

Golfplatz bei Sonnenaufgang mit Bäumen, sanften Hügeln und zwei Spielern auf dem Fairway.
Gas geben beim Nachwuchs

Äußerst rege ist der Spielbetrieb des Vereins. Von etwa 800 aktive Spieler und Spielerinnen sind derzeit 336 in Ligen und auf Turnieren aktiv. Das reicht von einer jungen 1. Herren- und 1. Damen-Mannschaft bis hin zur Altersklasse 70. Besonderer Fokus wird auf die Nachwuchsarbeit gelegt. Etwa 100 Kinder und Jugendliche sind Mitglied im Verein. Seit dem 1. März gibt es für sie eine eigene Golfschule – die OGC Birdie Akademie mit drei professionellen Trainern. „Ziel ist es, dass die Kids spielerische den Golfsport entdecken, die Technik erlernen und Teamgeist entwickeln“, so Walter. Hier wolle man aber in nächster Zeit „noch ein wenig mehr Gas geben“.

Aktiv im Alter

Walter selbst ist erst recht spät zum Golfsport gekommen. „Seit mehr als 40 Jahren spiele ich Squash und habe nebenher fast jedes Jahr noch etwas anderes ausprobiert“, erzählt der 59-jährige gebürtige Oldenburger. So sei er 2009 zum Golfsport gekommen und 2013 in den Oldenburgischen Golfclub eingetreten. Golf sei die zweitkomplizierteste Sportart und sehr komplex. Spielt man alle 18 Bahnen, hat man knapp zehn Kilometer gelaufen. „Das kann man auch im höheren Alter noch gut machen und bleibt so sehr lange aktiv“, ist sich der Club-Präsident sicher.

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