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Alle Fra­gen zu unse­rer Kran­ken­ver­siche­rung

Wer kann sich privat kran­ken­ver­sichern?
  • Ange­stellte und Frei­beruf­ler, die die Ver­siche­rungs­pflicht­gren­ze (VPG) über­schrit­ten haben und es auch im Folge­jahr wer­den, sowie auch Selbst­stän­dige können sich pri­vat ver­sichern. Darüber hin­aus können sich Kin­der mit und ohne An­spruch auf Fami­lien­ver­siche­rung in der GKV, Ehe­gatten ohne Vor­lie­gen einer eige­nen Ver­siche­rungs­pflicht, Beam­te mit Bei­hilfe­an­spruch so­wie bei­hilfe­be­rech­tig­te Fami­lien­an­ge­hö­ri­ge, Beam­ten­an­wär­ter und Stu­den­ten, die gegen ein Ent­gelt be­schäf­tigt sind oder sich binnen 3 Mona­ten nach Stu­dien­be­ginn be­frei­en lassen, pri­vat kran­ken­ver­sichern.

Wie unter­schei­den sich die Leis­tun­gen der GKV von den Leis­tun­gen der PKV?
  • Die Leis­tun­gen der ge­setz­lichen Kran­ken­ver­siche­rung (GKV) wur­den seit 1982 vom Ge­setz­ge­ber regel­mäßig ein­ge­schränkt. Was be­deu­tet das für ge­setz­lich Ver­sicher­te? Auf­grund der immer äl­ter wer­den­den Be­völ­ke­rung stei­gen die Krank­heits­kosten. Als Aus­gleich muss so­wohl mit Bei­trags­stei­ge­run­gen, als auch mit wei­te­ren Leis­tungs­kür­zun­gen und Zu­satz­bei­trä­gen, die allein von den Ver­sicher­ten zu tra­gen sind, ge­rech­net wer­den. In der pri­va­ten Kran­ken­ver­siche­rung (PKV) hin­ge­gen sind die ab­ge­schlos­se­nen Leis­tun­gen Ver­trags­be­stand­teil, die nach­träg­lich nicht ein­sei­tig durch den Ver­siche­rer ge­kürzt wer­den können. Privat Ver­sicher­te haben somit einen lebens­lan­gen Rechts­an­spruch auf die bei Ver­trags­ab­schluss ver­ein­bar­ten Leis­tun­gen. Im Ge­gen­satz zur GKV, die für ihre Ver­sicher­ten keine Rück­lagen bil­det, wer­den in der PKV mit Be­ginn des Ver­siche­rungs­schutzes Alters­rück­stel­lun­gen (Bei­trags­nach­lässe) an­ge­spart. Mit zu­neh­men­der Ver­siche­rungs­dauer er­höhen sich die Alters­rück­stel­lun­gen und umso ge­rin­ger sind die Bei­träge im Alter – Ein früh­zei­ti­ger Ein­tritt in die PKV lohnt sich!

Wie unter­schei­det sich die Bei­trags­er­he­bung der GKV zur PKV?
  • Die Er­he­bung des Bei­trags in der GKV er­folgt nach dem so­ge­nann­ten „Soli­dar­prin­zip“. Das be­deu­tet, dass die Bei­trags­höhe ab­hän­gig vom Ge­halt ist. Bei der PKV fin­det das „Äqui­va­lenz­prin­zip“ An­wen­dung. Das heißt, dass Al­ter, Ge­sund­heits­zu­stand sowie ge­wünsch­ter Leis­tungs­um­fang für die Bei­trags­er­mitt­lung ent­schei­dend sind.

Wie hoch ist die Ver­siche­rungs­pflicht­gren­ze (VPG) bzw. Jahres­ar­beits­ent­gelt­grenze (JAEG)?
  • Diese be­trägt in 2018: 59.400 EUR p. a. bzw. 4.950 EUR pro Monat. Bis zu dieser Höhe sind Arbeit­neh­mer in der GKV ver­siche­rungs­pflich­tig. Gleich­zei­tig ist diese Gren­ze maß­geb­lich für das Vor­lie­gen eines An­spruchs auf Fami­lien­ver­siche­rung für Kin­der über den Ehe­gatten in der GKV.

Wie hoch ist die Bei­trags­be­messungs­gren­ze (BBG) in der ge­setz­lichen Kran­ken­ver­siche­rung (GKV)?
  • Sie be­trägt in 2018: 53.100 EUR p. a. bzw. 4.425 EUR pro Monat. Bis zu dieser Höhe muss ein ge­setz­lich Kran­ken­ver­sicher­ter Bei­träge in die GKV be­zah­len.

Wie hoch können die Zusatz­bei­träge zur GKV sein?
  • Seit 2015 wird die Höhe der Zu­­satz­­bei­­trä­ge von den ge­­setz­lichen Kran­ken­kassen indi­vi­duell fest­ge­legt. Diese trägt der Ar­beit­neh­mer ohne Ar­beit­geber­be­tei­li­gung.

Welche Fris­ten sind zur Kün­di­gung der frei­wil­li­gen Mit­glied­schaft in der GKV zu beach­ten, um in die PKV wechseln zu können?
    • Nor­male Kün­di­gung zum Ab­lauf des über­nächs­ten Monats
    • Kün­di­gung zum 31.12., wenn die Ver­siche­rungs­pflicht­grenze erst­malig im lau­fen­den und im darauf­fol­gen­den Jahr über­schrit­ten wird, rück­wir­kend max. inner­halb von 14 Tagen nach Info durch die GKV mö­glich

    In fol­gen­den Fällen ist ein sofor­ti­ger Wech­sel in die PKV mög­lich:

    • Sta­tus­wechsel (pflicht­ver­sicher­ter Ar­beit­neh­mer wird selbst­stän­dig/er­hält Bei­hilfe) 
    • Ange­stell­ter mit Ar­beit­ge­ber­wechsel und neuem Ge­halt über der Ver­siche­rungs­pflicht­gren­ze 
    • Berufs­star­ter mit Ein­kommen ober­halb der Ver­siche­rungs­pflicht­gren­ze (z. B. Uni-Absol­ven­ten) 
Wo sind Kin­der eines ver­hei­ra­te­ten Eltern­paares zu ver­sichern, wenn einer ge­setz­lich und einer pri­vat ver­sichert ist?
  • Wenn das Ge­samt­ein­kommen des pri­vat ver­sicher­ten Eltern­teils ober­halb der Jah­res­ar­beits­ent­gelt­gren­ze liegt und außer­dem das Ge­samt­ein­kommen des ge­setz­lich ver­sicher­ten Eltern­teils über­schrei­tet, muss das Kind gegen Bei­trag ver­sichert wer­den, pri­vat oder auch frei­willig ge­setz­lich. Liegt das Ge­samt­ein­kommen des ge­setz­lich ver­sicher­ten Eltern­teils höher, kann das Kind in dessen Kasse bei­trags­frei ver­sichert blei­ben.

    Übersichtsgrafik

Was ist in der Eltern­zeit zu be­ach­ten?
  • Durch die Eltern­zeit und die Mutter­schutz­frist wird das Ar­beits­ver­hält­nis fak­tisch nicht be­en­det. Die bis da­hin be­stan­de­ne GKV bzw. PKV bleibt wie zur Zeit der Be­schäf­ti­gung wei­ter­hin be­ste­hen. Auch nach Be­en­di­gung der Schutz­zei­ten än­dert sich an der Kran­ken­ver­siche­rung in­so­weit nichts.

    Hin­sicht­lich des Kran­ken­ver­siche­rungs­bei­tra­ges ist Fol­gen­des zu be­ach­ten:

    • Wäh­rend der Be­zugs­zeit von Mutter­schafts­geld und Eltern­geld ist als Ver­siche­rungs­pflich­ti­ger kein Bei­trag zur GKV zu leis­ten. Un­be­rührt bleibt je­doch die Bei­trags­pflicht aus dem Ar­beits­ent­gelt auf­grund einer Teil­zeit­be­schäf­ti­gung wäh­rend die­ser Zeit.
    • Ist der Ehe­gatte des frei­willig GKV-Ver­sicher­ten Eltern­zeit­neh­mers eben­falls GKV-ver­sichert, so ist die Mög­lich­keit der bei­trags­freien Fami­lien­ver­siche­rung ge­geben. Be­steht die Mög­lich­keit bei frei­willig GKV-Ver­sicher­ten nicht, muss hin­ge­gen wei­ter­hin ein Bei­trag zur GKV ge­zahlt wer­den, ggf. der Min­dest­bei­trag.
    • Be­stand hin­ge­gen vor der Ge­burt des Kin­des eine pri­vate Kran­ken­ver­siche­rung (PKV), so gibt es wäh­rend der Mutter­schutz­frist und der Eltern­zeit keine Mög­lich­keit einer bei­trags­frei­en Fami­lien­ver­siche­rung in der ge­setz­lichen Kran­ken­ver­siche­rung (GKV).

    Der Bei­trag zur PKV ist also in voller Höhe wei­ter zu zah­len, da der Ar­beit­geber sich für diese Zei­ten nicht an den Kran­ken­ver­siche­rungs­bei­trä­gen be­tei­ligt. Eine Er­hö­hung des Ar­beit­ge­ber­zu­schusses des Ehe­gatten wäre zu prü­fen (z. B. bei Sta­tus­wech­sel des Ver­sicher­ten in der Eltern­zeit.)

    Eine be­stehen­de Kran­ken­tage­geld­ver­siche­rung sollte wäh­rend der Eltern­zeit in eine An­wart­schafts­ver­siche­rung um­ge­stellt wer­den.

    Für die Dauer der Eltern­zeit kann Selbst­be­tei­li­gung im am­bu­lan­ten Tarif zur Bei­trags­re­du­zie­rung er­höht wer­den. Nach Be­en­di­gung der ver­ein­bar­ten Zeit wird ohne Risiko­prü­fung und Warte­zei­ten in den Ur­sprungs­tarif zurück­ge­stuft.

    Pri­vat ver­sicher­te Ar­beit­neh­mer, die im An­schluss an die Zei­ten des Be­zugs von Eltern­geld oder In­an­spruch­nahme von Eltern­zeit oder Pflege­zeit ein Be­schäf­ti­gungs­ver­hält­nis (wie­der) auf­neh­men, dessen Ar­beits­zeit auf maxi­mal die Hälf­te ver­gleich­ba­rer Voll­be­schäf­tig­ter be­grenzt ist und das bei Voll­be­schäf­ti­gung mit einem Ge­halt ober­halb der Jah­res­ar­beits­ent­gelt­gren­ze ver­gütet würde, können sich von der Ver­siche­rungs­pflicht in der GKV be­freien lassen.

    Voraus­setzung ist, dass der Ar­beit­neh­mer seit min­des­tens fünf Jah­ren ver­siche­rungs­frei wegen Über­schrei­tens der Jah­res­ent­gelt­gren­ze war. Zei­ten des Be­zugs von Er­zie­hungs­geld oder Eltern­geld oder der In­an­spruch­nahme von Eltern­zeit oder Pflege­zeit wer­den in­so­weit an­ge­rech­net. (8 Abs. W. 3 SGB V). Der An­spruch auf Bei­hilfe bleibt wäh­rend der Fami­lien­zeit er­hal­ten. Beamte in der Eltern­zeit können so­gar einen Zu­schuss von der­zeit von bis zu 31 EUR im Monat zu ihren Kran­ken­ver­siche­rungs­bei­trä­gen er­hal­ten, wenn ihre Be­züge vor Be­ginn der Eltern­zeit unter­halb der Jah­res­ar­beits­ent­gelt­gren­ze der GKV lagen.

Was passiert bei Ar­beits­losig­keit?
  • Bei Be­zug von Ar­beits­losen­geld tritt in der Regel die bei­trags­freie Pflicht­ver­siche­rung bei der GKV ein. Die Krank­heits­kosten­voll­ver­siche­rung kann bei Er­brin­gung eines Nach­wei­ses inner­halb von drei Mona­ten nach Ein­tritt der Voraus­setzun­gen be­en­det oder aber bei­trags­frei ge­stellt wer­den (für max. drei Jahr­e).

    Seit dem 1.7.2000 (GRG 2000) ist eine Be­frei­ung von der Ver­siche­rungs­pflicht nur noch dann mög­lich, wenn neben einer Krank­heits­kosten­voll­ver­siche­rung auch eine Kran­ken­tage­geld­ver­siche­rung be­steht. Wei­ter­hin ist es nur für Per­so­nen mög­lich, die in den letzten fünf Jah­ren in der PKV ver­sichert waren.

    Ab dem 55. Lebens­jahr be­steht auch bei Ar­beits­losig­keit keine Rück­kehr­mög­lich­keit zur GKV mehr, so­fern in den letzten 5 ah­ren vor­her keine GKV-Mit­glied­schaft be­stand. Die Bundes­agen­tur für Ar­beit über­nimmt zu­sätz­lich zum Ar­beits­losen­geld die Bei­träge zur Krank­heits­kosten­voll-, Kran­ken­tage­geld und Pflege­pflicht­ver­siche­rung bis zu der Höhe, zu der an­sonsten Pflicht­bei­träge in der GKV zu zah­len wären. Die Zah­lungs­höhe ist dabei be­grenzt auf max. 80 % der Höchst­bei­träge zur GKV und Pflege­ver­siche­rung.

Gibt es eine Bei­trags­rück­er­stat­tung?
  • Infor­ma­tion­en zur Bei­trags­rück­er­stat­tung unse­res Koope­ra­tions­partner, der ALTE OLDENBURGER, fin­den Sie hier.

Was ist das Bürger­ent­lastungs­ge­setz (BEG)?
  • Das BEG gilt aus­­drück­­lich für ge­­setz­­lich und pri­vat Kran­ken- und Pflege­pflicht­ver­sicherte gleicher­maßen und regelt u.a. die steuer­liche Ab­zugs­fähig­keit der sons­ti­gen Vor­sorge­auf­wen­dun­gen neu. Bei­träge zur ge­setz­lichen und pri­va­ten Kran­ken- sowie Pflege­ver­siche­rung wer­den somit im Rah­men der Basis­kran­ken­ver­siche­rung bei der steuer­lichen Ent­lastung gleich be­han­delt. Nach der Neu­re­ge­lung sind Bei­träge zur:

    • ge­setz­lichen Kran­ken­ver­siche­rung (abzgl. des An­teils zur Finan­zie­rung des Kran­ken­gel­des)
    • pri­va­ten Kran­ken­ver­siche­rung (bis zur Höhe einer Basis­ab­siche­rung) und zur
    • pri­va­ten und ge­setz­lichen Pflege­ver­siche­rung

    steuer­lich zu be­rück­sich­ti­gen. Dies gilt für den Ver­siche­rungs­neh­mer und die mit­ver­sicher­ten Fami­lien­an­ge­höri­gen. Eben­so wer­den Bei­träge, die der Steuer­pflich­tige als Ver­siche­rungs­neh­mer für ein­ge­tra­ge­ne Lebens­part­ner leistet, be­rück­sich­tigt.

    In be­son­de­rem Maße pro­fi­tie­ren alle, die hohe Bei­träge für eine Basis­kran­ken- und Pflege­ver­siche­rung zah­len müssen – z. B. die­jeni­gen, die auch Bei­träge für Kin­der/ Ehe­part­ner zah­len.

    Was muss passieren, damit die Ent­las­tung sofort wirk­sam wird?

    Bei gesetz­lich ver­sicher­ten Arbeit­neh­mern er­folgt die Be­rück­sich­ti­gung auto­ma­tisch durch die Arbeit­geber. Bei pri­vat ver­sicher­ten Arbeit­neh­mern und Beam­ten be­steht die Mög­lich­keit im Lohn­steuer­ab­zugs­ver­fah­ren die kon­kret abzugs­fähi­gen Kran­ken- und Pflege­ver­siche­rungs­bei­träge be­reits zu be­rück­sich­ti­gen. Hier­für muss die Be­schei­ni­gung der Vor­sorge­auf­wen­dun­gen der pri­va­ten Kran­ken­ver­siche­rer den Arbeit­gebern / Dienst­herren ein­ge­reicht wer­den. Selbst­stän­dige wen­den sich mit ihrer Be­schei­ni­gung der Vor­sorge­auf­wen­dun­gen an ihr zu­stän­di­ges Finanz­amt. Ohne Vor­lage der Be­schei­ni­gung wer­den für das Jahr 2017 vor­läu­fig pau­schal 80 % der dem Finanz­amt be­kann­ten Kran­ken­ver­siche­rungs­bei­träge be­rück­sich­tigt. Eine ge­son­derte Mit­tei­lung durch den Steuer­pflich­ti­gen ist daher nicht er­for­der­lich. Die tat­säch­lichen Bei­träge wer­den in der Ein­kommens­steuer­ver­an­la­gung be­rück­sich­tigt. Die indi­vi­duelle Er­spar­nis ist ab­hän­gig vom Ein­kommen, der Höhe der an­zu­setzen­den Bei­träge sowie dem Fami­lien­stand. Bei Fra­gen zu den kon­kre­ten Aus­wir­kun­gen kann nur ein Steuer­be­ra­ter oder die Steuer­be­hörde weiter­hel­fen.

    Welche Bei­träge können steuer­lich ab­ge­setzt wer­den?

    Nach der Argu­men­ta­tion des Bundes­ver­fassungs­ge­richts muss der Staat Bei­träge zu einer Kran­ken­ver­siche­rung nur in­so­weit von der Be­steue­rung aus­neh­men, als sie zur Ab­siche­rung des Exis­tenz­mini­mums er­for­der­lich sind. Vor die­sem Hinter­grund hat der Gesetz­geber Bei­träge zu einer pri­va­ten Kran­ken­ver­siche­rung als Son­der­aus­gabe nur inso­weit an­er­kannt, als sie für eine Basis­ab­siche­rung er­for­der­lich sind.

    Daher ist bei Privat­ver­sicher­ten der Basis­kran­ken- und Pflege­ver­siche­rungs­schutz zu­züg­lich des ge­setz­lichen Bei­trags­zu­schlags (Vor­sorge) und ggf. zu zah­len­den Risiko­zu­schlä­gen ab­zugs­fähig. Dieser ist ggf. um einen Arbeit­geber­an­teil und eine Bei­trags­rück­er­stat­tung zu ver­min­dern.

    Sollte der abzugs­fähige Bei­trag die unten auf­ge­führ­ten Ober­gren­zen unter­schrei­ten, können auch die Kran­ken­ver­siche­rungs­bei­träge für Mehr­leis­tun­gen (wie Wahl­leis­tun­gen im Kran­ken­haus- Chef­arzt­be­hand­lung, Unter­brin­gung im Ein- oder Zwei­bett­zimmer-, Kran­ken­tage­geld) an­ge­setzt wer­den. Dies gilt ebenso für Bei­träge zur Ver­siche­rung gegen Arbeits­losig­keit, Erwerbs- und Berufs­un­fähig­keit, Unfall- und Haft­pflicht­ver­siche­rung sowie Risiko­lebens­ver­siche­rung.

Wie hoch ist der Ar­beit­geber­zu­schuss?
  • Wäh­rend bei ge­setz­lich (Pflicht-)Kran­ken­ver­sicher­ten (GKV) der Ar­beit­geber die Hälfte des Kran­ken­ver­siche­rungs­bei­tra­ges über­nimmt, er­hal­ten frei­willig GKV-Ver­sicher­te und pri­vat Kran­ken­ver­sicher­te einen Zu­schuss ihres Ar­beit­ge­bers zum Kran­ken­ver­siche­rungs­bei­trag. Der Zu­schuss um­fasst den Kran­ken­ver­siche­rungs­schutz für den Ar­beit­neh­mer und seine An­ge­hö­ri­gen.

    Voraus­setzung für den Zu­schuss ist, dass die Be­schäf­tig­ten frei­willig in der GKV oder in der PKV ver­sichert sind. Dazu ist es er­for­der­lich, dass die pri­vat ver­sicher­ten Mit­ar­bei­ter für sich und ihre An­ge­hö­ri­gen, die bei Ver­siche­rungs­pflicht des Be­schäf­tig­ten als Fami­lien­an­ge­hö­rige nach Sozial­ge­setz­buch (SGB) ver­sichert wären, Leis­tun­gen aus einer pri­va­ten Kran­ken­ver­siche­rung be­an­spruchen können, die der Art nach den Leis­tun­gen der GKV ent­sprechen.

    An­ge­hörige

    Laut SGB ge­hören zu den An­ge­höri­gen:

    • der Ehe­part­ner
    • die Kin­der sowie Stief­kin­der
    • Enkel und Pflege­kin­der

    so­weit sie vom Ver­sicher­ten über­wie­gend unter­hal­ten wer­den und kein Ein­kommen von mehr als 435 EUR (2018) im Monat haben. Für gering­fügig Be­schäf­tigte liegt die Ein­kommens­grenze bei 450 EUR (2018).

    Kin­der

    Kin­der sind als An­ge­höri­ge bis zu einem be­stimm­ten Lebens­jahr be­rück­sich­tigungs­fähig, und zwar

    • bis zur Voll­en­dung des 18. Lebens­jah­res
    • bis zur Voll­en­dung des 23. Lebens­jah­res, wenn sie nicht er­werbs­tätig sind
    • bis zur Voll­en­dung des 25. Lebens­jah­res, wenn sie sich in Schul- oder Berufs­aus­bil­dung be­fin­den oder ein frei­willi­ges sozia­les Jahr oder frei­willi­ges öko­lo­gisches Jahr leisten.

    Wird die Schul- oder Berufs­aus­bil­dung durch Er­füllung einer ge­setz­lichen Dienst­pflicht des Kin­des unter­brochen oder ver­zögert, dann er­folgt die Mit­be­rück­sich­ti­gung als An­ge­höri­ger über das 25. Lebens­jahr hin­aus, und zwar für einen der Dauer dieses Diens­tes ent­sprechen­den Zeit­raum. Kin­der blei­ben über diese Alters­gren­zen hin­aus wei­ter­hin bei­trags­frei mit­ver­sichert, wenn sie wegen kör­per­licher, geis­ti­ger oder see­lischer Be­hin­de­rung außer­sta­nde sind, sich selbst zu unter­hal­ten.

    Zu­schuss­fähig­keit

    Für den Bei­trags­zu­schuss zur PKV kommt es nicht darauf an, dass die in der PKV ver­sicher­ten Leis­tun­gen voll­stän­dig den Leis­tun­gen der GKV ent­sprechen. Zu­schuss­fähig­keit be­steht be­reits dann, wenn Leis­tun­gen vor­ge­sehen sind, die der Art nach für die GKV vor­ge­sehen sind. Zu­sätzl­ich ist es auch mög­lich, dass mehr Leis­tun­gen zu­schuss­fähig sind, als in der GKV vor­ge­sehen sind (z. B. Wahl­leis­tun­gen im Kran­ken­haus, Kran­ken­haus­tage­geld).

    Eben­falls zu­schuss­fähig ist der ge­setz­liche Bei­trags­zu­schlag (Vor­sorge-Tarif), der zur Ent­las­tung der Prä­mie ab dem 65. Lebens­jahr ver­wen­det wird.

    Von dem PKV-Unter­neh­men ge­zahl­te Bei­trags­rück­er­stat­tun­gen be­ein­flussen den Ar­beit­geber­zu­schuss nicht. Eben­so un­be­rück­sich­tigt bleibt die im Kran­ken­ver­siche­rungs­ver­trag ver­ein­barte Selbst­be­teili­gung.

    Höhe des Ar­beit­geber­zu­schusses

    Die Höhe des Ar­beit­geber­zu­schusses ist ab­hän­gig

    • vom durch­schnitt­lichen all­ge­mei­nen Bei­trags­satzes aller Kran­ken­kassen vom 01.01. des Vor­jahres
      (2017: 14,6 %)
    • von der Höhe der jähr­lichen Bei­trags­be­messungs­gren­ze der Kran­ken­ver­siche­rung
      (2018: 53.100 EUR)
    • von dem Be­trag, den der Be­schäf­tigte für die Kran­ken­ver­siche­rung tat­säch­lich auf­zu­wen­den hat

      KV: 646,05 Euro → max. 323,03 EUR
      PV: 123,90 EUR → max. 56,42 EUR als Ar­beit­geber­zu­schuss zu zah­len.
    • vom tat­säch­lichen Ar­beits­ent­gelt; Be­schäf­tig­te, deren Ar­beits­ent­gelt unter­halb der monat­lichen Bei­trags­be­messungs­gren­ze liegt, er­hal­ten also auch nur auf die­ses ihren Bei­trags­zu­schuss.

    Der Zu­schuss des Ar­beit­gebers zu den Bei­träg­en des Mit­ar­bei­ters, der eine PKV ab­ge­schlossen hat, ist steuer­frei, so­weit der Ar­beit­geber zur Leis­tung des Zu­schusses ver­pflich­tet ist.

Wie ver­sichere ich mich wäh­rend des Stu­diums?
  • Gene­rell gilt: Stu­den­ten, die sich an einer staat­lichen oder staat­lich an­er­kann­ten Hoch­schule ein­schrei­ben, sind bis zum Ab­schluss des 14. Fach­semes­ters bzw. spä­tes­tens bis zur Voll­en­dung des 30. Lebens­jah­res von der Imma­tri­ku­la­tion an in der ge­setz­lichen Kran­ken­ver­siche­rung (GKV) ver­siche­rungs­pflich­tig. Zur Ver­län­ge­rung kann ein An­trag bei der je­weili­gen Kran­ken­kasse ein­ge­reicht wer­den, je­doch nur, wenn die Art der Aus­bil­dung fami­liäre oder per­sön­liche Grün­de, die Über­schrei­tung der Alters­gren­ze bzw. die län­ge­re Stu­dien­zeit recht­fer­ti­gen (Bun­des­frei­willi­gen­dienst, Schwan­ger­schaft, Krank­heit etc.). An­sons­ten en­det die Mit­glied­schaft in der GKV mit Ab­lauf des Ka­len­der­monats, in dem die ab­schlie­ßen­de Prü­fung ab­ge­legt wurde.

    Die stu­den­tische Kran­ken­ver­siche­rung der GKV kostet im Wintersemester 2017/2018 inkl. der Pflege­ver­siche­rung = 84,50 EUR + Zu­satz­bei­trag, mit Kin­dern = 82,88 EUR + Zu­satz­bei­trag.

    BAföG-Em­pfän­ger er­hal­ten vom Amt für Aus­bil­dungs­för­de­rung einen Zu­schuss zum Kran­ken­ver­siche­rungs­bei­trag, folg­lich auch für eine pri­vate Kran­ken­voll­ver­siche­rung. Ab 01.01.2018 be­trägt der Zu­schuss 71 Euro für die Kran­ken­ver­siche­rung und 15 Euro für die Pflege­ver­siche­rung.

    Bei­trags­be­frei­ung

    Binnen der ers­ten 3 Mona­te nach der Imma­tri­ku­la­tion kann sich je­doch der Stu­dent von der Ver­siche­rungs­pflicht be­frei­en lassen. Die Be­frei­ung ist un­wider­ruf­lich und en­det auto­ma­tisch durch die Ex­ma­tri­ku­la­tion. Der Stu­dent hat also auch die Mög­lich­keit, sich wäh­rend des Stu­diums pri­vat zu ver­sichern.

    Für die­sen Fall hat der Ver­band der pri­va­ten Kran­ken­ver­siche­rung e. V. einen spe­ziellen Stu­den­ten-Tarif, den sog. PSKV-Tarif, ent­wickelt. Er sieht die Er­stattung im am­bu­lan­ten, zahn­ärzt­lichen und sta­tio­nären Be­reich vor. Die Ver­siche­rungs­fähig­keit nach diesem Tarif en­det spä­tes­tens mit der Voll­en­dung des 34. Lebens­jah­res. Es wer­den keine Alterungs­rück­stellun­gen ge­bil­det, hier­bei han­delt es sich also um einen rei­nen Risiko-Tarif, der von vie­len Kran­ken­ver­siche­rern an­ge­bo­ten wird. Unser Koope­ra­tions­part­ner, die ALTE OLDENBURGER, führt die­sen Tarif nicht.

    Be­endi­gung des Stu­diums

    Ar­beit­neh­mer, die nach Be­endi­gung des Stu­diums mit einem Ver­dienst unter­halb der Jah­res­ar­beits­ent­gelt­gren­ze (JAEG) ein­ge­stellt wer­den, sind von Be­ginn der Be­schäf­ti­gung an ver­siche­rungs­pflich­tig, die Vor­ver­siche­rung ist hier­bei gleich­gül­tig.

    Trotz­dem sollte die Los­sa­gung von der Ver­siche­rungs­pflicht gut über­legt sein:

    • Falls der Stu­dent ein Recht auf die in der ge­setz­lichen Kran­ken­ver­siche­rung mög­liche Fami­lien­ver­siche­rung hätte, so könn­te er bis zum 25. Ge­burts­tag bei­trags­frei bei seinen Eltern mit­ver­sichert wer­den.
    • Der Fami­lien­ver­siche­rung können Stu­den­ten mit einem Höchst­ein­kommen von 450 EUR monat­lich an­ge­hören. Maß­geb­lich für die Be­rech­nung die­ses Ein­kommens sind Ent­gelte aus Neben­tätig­kei­ten oder Zah­lun­gen aus der ge­setz­lichen sowie Zu­satz­ren­ten­ver­siche­rung (z. B. Halb- / Wai­sen­ren­ten). Unter­halts­zah­lun­gen der Eltern oder des Sozial­amtes sowie BAföG blei­ben un­be­rück­sich­tigt.
    • Des Wei­te­ren sind Be­schäf­ti­gun­gen, die an nicht mehr als 20 Stun­den in der Woche aus­ge­übt wer­den, nicht kran­ken­ver­siche­rungs­pflich­tig. Se­mes­ter­ferien­jobs sind eben­falls nicht kran­ken­ver­siche­rungs­pflich­tig. Wich­tig ist nur, dass die Tätig­keit aus­schließ­lich auf die ent­sprechen­den vor­lesungs­frei­en Zei­ten der eige­nen Uni be­fris­tet ist.
    • In der Prü­fungs­ord­nung vor­ge­schrie­bene Zwischen­prak­tika wer­den nicht als Be­schäf­ti­gung ein­ge­stuft, selbst wenn sie gegen Ent­gelt aus­ge­übt wer­den. Sie sind somit kran­ken­ver­siche­rungs­frei.

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