• Solarium gegen Winterblues

    Sonnenbad in der Röhre

    Hilft Solarium gegen Winter­blues?

In Solarien holen sich viele Men­schen in den Win­ter­mo­na­ten ihre „Dosis“ Sonne ab, trotz damit ver­bun­de­ner Ge­sund­heits­ri­si­ken. Oft ver­spre­chen sie sich davon mehr als nur etwas Bräune.

12. Januar 2021

Sonne tut der Seele gut. Gerade in den Win­ter­mo­na­ten liegt da der Ge­dan­ke nahe, sich feh­len­de Hel­lig­keit und Wär­me im So­la­rium ab­zu­ho­len. Doch Vor­sicht: Eben­so wie die echte Sonne birgt auch das künst­liche Son­nen­bad Risiken.
Aber hat es nicht auch po­si­ti­ve Ef­fek­te? So steht die These im Raum, dass das So­la­rium nicht nur die Haut bräunt, son­dern auch win­ter­liche Trüb­sal auf­zu­hel­len ver­mag – nur: Stimmt das?

Was passiert in der Haut, wenn ich mich auf die Son­nen­bank lege?

„Grundsätzlich pas­siert das­sel­be wie in dem Mo­ment, in dem Sie im Som­mer raus­gehen und sich ohne Klei­dung in die Sonne legen“, sagt Prof. Eckhard Breitbart, Der­ma­to­lo­ge und Vor­sit­zen­der der Ar­beits­ge­mein­schaft Der­ma­to­lo­gi­sche Prä­ven­tion (ADP).
Anders als viele Men­schen an­neh­men, ist das künst­liche Son­nen­bad keines­falls harm­lo­ser als das unter freiem Him­mel. In bei­den Fällen trifft ein Mix aus UV-A- und UV-B-Strah­lung auf die Haut. Sie dringt mit ihren unter­schied­lichen Wel­len­län­gen in die Haut ein und sorgt in den Zellen für Schäden.
Zwar ist der Kör­per mit sei­nen Ab­wehr­mecha­nis­men ge­übt darin, die Schä­den an der DNA zu be­he­ben. Je mehr Re­pa­ra­tu­ren an­ste­hen, desto grö­ßer ist aller­dings die Wahr­schein­lich­keit, dass dem kör­per­ei­ge­nen Pan­nen­dienst etwas durch die Lap­pen geht. Dann pas­siert es mit­unter, dass sich Zel­len mit be­schä­dig­tem Erb­gut un­kon­trol­liert teilen. Der Start­punkt für Haut­krebs.

Und wie entsteht die Bräune?

„Bildlich ge­spro­chen ist Bräu­ne eine pa­ni­sche Ab­wehr­reak­tion des Kör­pers“, sagt Uwe Schwichtenberg, Der­ma­to­lo­ge und Vor­stands­mit­glied des Bun­des­ver­ban­des Deut­scher Der­ma­to­lo­gen (BVDD). Durch die UV-Strah­lung be­gin­nen die Pig­ment­zel­len den Stoff Me­la­nin zu pro­du­zie­ren, der als Bräu­ne sicht­bar wird. Ent­schei­dend dabei: Der Kör­per tut das, um die Erb­subs­tanz in den Zel­len vor wei­te­ren Schä­den zu schüt­zen. „Eine ge­sun­de Bräu­ne ist wie trocke­nes Was­ser – es kann sie nicht geben“, sagt Schwichtenberg.

Hebt der Besuch im So­la­rium die Stim­mung in den trü­ben Win­ter­mo­na­ten?

Die Hoffnung hatte zu­min­dest der In­ge­nieur Friedrich Wolff, als er 1975 die erste Son­nen­bank er­fand. „Die ur­sprüng­liche Funk­tion von So­la­rien war eine the­ra­peu­ti­sche“, sagt Breitbart. „Wolff woll­te ge­stress­ten Men­schen mit­tags ein paar Mi­nu­ten des Wohl­füh­lens ver­schaf­fen.“ Die Bräune kam erst später ins Spiel.
Allerdings hat die An­nah­me, dass sich der Win­ter­blues von der Kunst­son­ne ver­trei­ben lässt, einen Haken: „Was im Win­ter auf das Ge­müt schlägt, ist nicht die feh­len­de UV-Strah­lung, son­dern die feh­len­de Be­lich­tung“, sagt Uwe Schwichtenberg.
Licht wird über die licht­em­pfind­lichen Zel­len in der Netz­haut des Auges auf­ge­nom­men und wirkt auf die­sem Weg auf das Hor­mon­sys­tem und das Wohl­be­fin­den ein. Weil das künst­liche Son­nen­bad mit Schutz­bril­le auf der Nase statt­fin­det, kann dieser Ef­fekt nicht zum Zuge kom­men. Eine Tages­licht­lam­pe oder eine Mit­tags­run­de an der fri­schen Luft wären hier also die bes­se­ren Op­tio­nen.

Wie risiko­reich ist der Be­such im Son­nen­studio?

Dass die Wahr­schein­lich­keit für Haut­krebs steigt, ist gut be­legt. Wer vor sei­nem 35. Le­bens­jahr re­gel­mä­ßig das So­la­rium be­sucht, ver­dop­pelt das Risiko, an schwar­zem Haut­krebs zu erkranken.
Die Welt­ge­sund­heits­or­ga­ni­sa­tion WHO hat künst­liche UV-Strah­lung mitt­ler­wei­le als ein­deu­tig krebs­er­re­gend ein­ge­stuft. Auch der Spruch „Ein­mal ist kein­mal“ gilt mit Blick aufs So­la­rium nicht: „Jedes Quant UV-Strah­lung kommt aufs Konto und er­höht das sta­tis­ti­sche Risiko für Haut­krebs“, sagt Uwe Schwichtenberg.
Es sei eine indi­vi­duel­le Ab­wä­gung, welchen ge­sund­heit­lichen Preis man für sein Aus­sehen zah­len wolle, sagt der Haut­arzt. „Ri­si­ko­frei­heit gibt es nicht. Schon dass So­la­rien­be­suche für Min­der­jäh­ri­ge ver­bo­ten sind, zeigt, in was für einem Feld man sich bewegt.“

Was ist, wenn man den­noch nicht aufs So­la­rium ver­zich­ten mag?

Dann sollte man darauf ach­ten, dass der Be­trei­ber des So­la­riums grund­le­gen­de Maß­nah­men des Ge­sund­heits­schut­zes ein­hält. Das Bun­des­amt für Strah­len­schutz (BfS) stellt online eine Check­liste be­reit, mit deren Hilfe sich das über­prüfen lässt.
Erkundigt sich das Per­so­nal zum Bei­spiel nicht nach Me­di­ka­men­ten­ein­nah­me oder Haut­krebs­er­kran­kun­gen in der Fa­mi­lie, soll­te das ein Warn­zei­chen sein. Wich­tig ist außer­dem, vorab einen Do­sie­rungs­plan er­stel­len zu las­sen, der zum Hauttyp passt.
Von Selbst­be­die­nungs­stu­ios ohne Per­so­nal rät das BfS ab. Übri­gens: Pro Jahr soll­ten es ge­ne­rell höchs­tens 50 Son­nen­bäder sein – unter freiem Himmel und auf der Son­nen­bank zu­sam­men­ge­zählt.
Foto: Monique Wüstenhagen/dpa-tmn

Autorin

Pia Marie Wenholz

Pia Marie Wenholz

Pia Marie Wenholz ist Mit­­a­r­bei­­te­­rin der Öffent­lichen Olden­burg. Sie ist ver­ant­wort­lich für den Be­reich Pres­se und Kommu­ni­ka­tion.

Mail an "Wir sind Nähe"

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