• Die perfekte Uhrzeit fürs Essen

    Kein Gulasch am Abend?

    Die perfekte Uhrzeit fürs Essen

Zu später Stunde kei­nen Salat, kei­nen Al­ko­hol und schon gar kei­ne Haupt­mahl­zeit: Zum Woh­le der Ge­sund­heit wird ei­ni­ges em­pfoh­len. Aber was stimmt wirk­lich? Zwei Ex­per­tin­nen ge­ben Aus­kunft.

21. April 2021

Sollte man auf man­che Le­bens­mit­tel zu be­stimm­ten Ta­ges­zei­ten ver­zich­ten? Sol­che Tipps hört man immer wie­der. Zu Salat heißt es dann zum Bei­spiel, dass man ihn am Abend lie­ber nicht es­sen soll­te. An­geb­lich be­kommt das der Ver­dau­ung nicht gut. Doch die­se The­se ge­hört ins Reich der Mythen.
Für eine zeit­liche Ein­schrän­kung, zum Bei­spiel Roh­kost und Obst nur bis 14 Uhr zu es­sen, feh­le es an aus­sa­ge­kräf­ti­gen wis­sen­schaft­lichen Be­le­gen, sagt die Öko­tro­pho­lo­gin Astrid Donalies von der Deut­schen Ge­sell­schaft für Er­näh­rung (DGE).
Vorsichtig mit Obst am Abend soll­ten Men­schen sein, die mit Sod­bren­nen zu kämp­fen haben. Gerade Obst mit viel Frucht­säu­re wie etwa Zi­trus­früch­te kann zu Auf­sto­ßen füh­ren. „Be­son­ders im Lie­gen ist das un­an­ge­nehm und stört beim Ein­schla­fen“, sagt Sabine Holzäpfel, Re­fe­ren­tin bei der Ab­tei­lung Le­bens­mit­tel und Er­näh­rung der Ver­brau­cher­zen­tra­le Baden-Württemberg.

Der Biorhythmus des Verdauungssystems

Früher galt die An­nah­me, es kom­me auf die Ta­ges­zu­fuhr ins­ge­samt an, und nicht da­rauf, wann und wie oft ge­ges­sen wird. „Mitt­ler­wei­le gibt es aber Hin­wei­se, dass auch der Zeit­punkt eine Rol­le dabei spielt. So zei­gen ei­ni­ge Stu­dien ge­sund­heit­liche Vor­tei­le, wenn das Früh­stück üp­pi­ger aus­fällt und das Abend­essen we­ni­ger ener­gie­reich ist“, er­läu­tert Ver­brau­cher­schüt­ze­rin Holzäpfel.
Das liegt auch nahe: Denn das Ver­dau­ungs­sys­tem unter­liegt einem Bio­rhyth­mus. Es ist in den Mor­gen­stun­den am ak­tivs­ten, wäh­rend es am Abend und nachts re­du­zier­ter ar­bei­tet.
Die Behauptung, wo­nach alles, was man abends ab 18 Uhr isst, un­ver­daut bleibt, stimmt des­halb aber nicht. „Die Ver­dau­ung be­ginnt schon mit dem Kauen und dem Spei­chel im Mund“, er­klärt Donalies. Und der Magen-Darm-Trakt stellt nachts nicht gänz­lich seine Arbeit ein.
Manche Lebens­mit­tel sind aller­dings leich­ter und man­che schwe­rer ver­dau­lich. Stark ge­würz­te, hei­ße oder frit­tier­te Spei­sen und üp­pi­ge Mahl­zei­ten wie Gu­lasch blei­ben län­ger im Magen-Darm-Trakt und wer­den lang­sa­mer ver­daut. Auch Alkohol ver­zö­gert die Ver­dauung.

Kleine Abend­mahl­zei­ten bei Pro­ble­men

Das kann zu Be­schwer­den wie Ma­gen­druck, Völ­le­ge­fühl oder Sod­bren­nen füh­ren. „Wer sol­che Pro­ble­me hat, soll­te auf klei­ne Abend­mahl­zei­ten ach­ten - spä­tes­tens drei bis vier Stun­den vor dem Schla­fen­ge­hen“, rät DGE-Expertin Donalies. Flüs­si­ge Spei­sen wie Sup­pen und Breie haben eine kür­ze­re Ver­weil­dauer und sind daher oft be­kömm­licher.

Eine Frage der Gewöhnung

Worauf man abends ver­zich­ten soll­te, hängt stark von den ei­ge­nen Ge­wohn­hei­ten ab. Wird die Haupt­mahl­zeit abends ge­ges­sen, ge­wöhnt sich der Kör­per in der Regel daran. „Dann em­pfiehlt es sich, in Ruhe zu es­sen und gut zu kauen, das er­höht die Ver­träg­lich­keit“, er­klärt Holzäpfel.

Keine Un­men­gen Weiß­brot zu spä­ter Stunde

Laut Astrid Donalies gibt es Beo­bach­tun­gen, die zei­gen, dass be­stimm­te Mahl­zei­ten zu spä­ter Stun­de die Ent­ste­hung von Über­ge­wicht und Krank­hei­ten wie Typ-2-Dia­be­tes be­güns­ti­gen könn­ten. So schei­ne es un­güns­tig zu sein, wenn man abends vie­le ein­fache Koh­len­hy­dra­te zu sich nimmt, etwa durch den Ver­zehr von Sü­ßig­kei­ten oder Weißbrot.
Entscheidend für die Ent­wick­lung des Kör­per­ge­wichts ist laut der Öko­tro­pho­lo­gin aller­dings die Ener­gie­bi­lanz: Die Zu­fuhr an Ener­gie, die in den Le­bens­mit­teln steckt, soll­te dem Ver­brauch des Kör­pers ent­spre­chen. Wer es genau wis­sen will, kann den Ener­gie­be­darf etwa durch ver­schie­de­ne Rechen-An­ge­bo­te im Inter­net be­rech­nen.
Foto: Christin Klose/dpa-tmn

Autorin

Pia Marie Wenholz

Pia Marie Wenholz

Pia Marie Wenholz ist Mit­a­rbei­te­rin der Öffent­lichen Olden­burg. Sie ist ver­ant­wort­lich für den Be­reich Pres­se und Kommu­ni­ka­tion.

Mail an "Wir sind Nähe"

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