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    Überdurchschnittliche Hitze in Deutschland

    Bereits 12 Tage mit über 30 Grad in diesem Jahr

Das Jahr 2022 ist schon jetzt ein über­durch­schnitt­li­ches Hit­ze­jahr: „Mit 12 Ta­gen über 30 Grad lie­gen wir be­reits jetzt über dem Ge­samt­jah­res­durch­schnitt von 11,1 Ta­gen der ver­gan­ge­nen zehn Jah­re“, sagt Jörg As­mus­sen, Haupt­ge­schäfts­füh­rer des Ge­samt­ver­ban­des der Deut­schen Ver­siche­rungs­wirt­schaft (GDV). Ge­zählt wur­den die Ta­ge, an de­nen in die­sem Jahr min­des­tens an ei­ner Mess­sta­tion des Deut­schen Wet­ter­dien­stes 30 Grad über­schrit­ten wur­den.

01. Juli 2022

Laut ei­ner vom GDV be­auf­trag­ten Ana­ly­se von Da­ten des Deut­schen Wet­ter­diens­tes (DWD) hat sich die Zahl der Hit­ze­ta­ge in den ver­gan­ge­nen Jahr­zehn­ten ver­drei­facht. Pro Jahr­zehnt ka­men durch­schnitt­lich 2,3 Hit­ze­ta­ge hin­zu. „Die dy­na­mi­sche Zu­nah­me der Hit­ze­ta­ge zeigt, dass der Kli­ma­wan­del auch in Deutsch­land deut­li­che Spu­ren hin­ter­lässt“, sagt As­mus­sen.

Hit­ze­ta­ge neh­men seit den 1980er Jah­ren dra­ma­tisch zu

Be­son­ders seit den 1980er Jah­ren ist die Zahl hei­ßer Ta­ge in Deutsch­land der Stu­die zu­fol­ge dra­ma­tisch ge­stie­gen. Dies liegt vor al­lem da­ran, dass sich im Zu­ge der glo­ba­len Er­wär­mung auch in Deutsch­land die mitt­le­re Tem­pe­ra­tur seit Be­ginn der flä­chen­de­cken­den Wet­ter­auf­zeich­nun­gen im Jahr 1881 um 1,6 Grad Cel­sius deut­lich er­höht hat.
 
„Die zu­neh­men­de Treib­haus­gas­kon­zen­tra­tion führt au­ßer­dem da­zu, dass auch die Zahl hei­ßer Ta­ge von Jahr­zehnt zu Jahr­zehnt mas­siv zu­nimmt,“ sagt Andreas Becker, Lei­ter Kli­ma­über­wa­chung beim DWD. Bei un­ge­brems­tem Treib­haus­gas­aus­stoß müs­se zwi­schen 2031 und 2060 mit ei­ner wei­te­ren Zu­nah­me um fünf bis zehn hei­ße Ta­ge im Jahr in Nord­deutsch­land und zehn bis zwan­zig hei­ße Ta­ge in Süd­deutsch­land ge­rech­net wer­den.
 
Die Fol­gen sind dra­ma­tisch: Es stei­gen da­durch die Ge­fah­ren für mehr Hit­ze­to­te, Dür­ren und Wald­brän­de. Ern­te­aus­fäl­le dürf­ten dras­tisch zu­neh­men, weil Bö­den wei­ter aus­trock­nen oder mehr Schäd­lin­ge Pflan­zen zer­stö­ren.
 
Ne­ben der Zu­nah­me der Hit­ze­ta­ge dürf­te es den Da­ten nach zu­gleich mehr und in­ten­si­ve­re Stark­re­gen, Hoch­was­ser und Sturz­flu­ten ge­ben, weil die auf­ge­heiz­te At­mos­phä­re mehr Feuch­tig­keit spei­chert. „Flut­ka­tas­trophen wie jüngst an Ahr und Erft zei­gen, mit wel­cher Wucht uns der Kli­ma­wan­del tref­fen und wel­ches Aus­maß er an­rich­ten kann“, sagt As­mus­sen.

Re­gio­nal be­trach­tet gab es der Stu­die zu­fol­ge im rhein­land-pfäl­zi­schen Spe­yer in den ver­gan­ge­nen zehn Jah­ren die meis­ten Hit­ze­ta­ge. Seit den 1950er Jah­ren stieg de­ren Zahl von durch­schnitt­lich 9,3 auf 23 Hit­ze­ta­ge pro Jahr in den 2010er Jah­ren.
 
An zwei­ter und drit­ter Stel­le fol­gen Lud­wigs­ha­fen am Rhein und Mann­heim mit zu­letzt je­weils 21,6 Hit­ze­ta­gen pro Jahr. „Die we­nig­sten hei­ßen Ta­ge ver­zeich­ne­ten die Stadt Flens­burg und der Kreis Schles­wig-Flensburg. Dort gab es im Schnitt je­weils nur zwei Hit­ze­ta­ge im Jahr“, sagt Asmussen.

In Berlin die meis­ten Hit­ze­ta­ge

Die hei­ßen Ta­ge sind laut DWD re­gio­nal un­gleich ver­teilt. Be­son­ders be­trof­fen sind der Os­ten und der Süd­wes­ten Deutsch­lands. „Die un­ter­schied­li­che Ver­tei­lung der Hit­ze­ta­ge liegt vor al­lem da­ran, dass sich Land­re­gio­nen schnel­ler er­wär­men als Meeres­re­gio­nen“, er­klärt Becker. So bremst im Nor­den und Wes­ten Deutsch­lands die Nä­he zum Meer den An­stieg.
 
Zu­sätz­lich kommt bei Hit­ze­ta­gen die Luft meist aus dem Süd­wes­ten „Fön­ef­fek­te na­he der Mit­tel­ge­bir­ge und Städ­te ver­stär­ken die Ent­wick­lung. So sind am stärks­ten Städ­te im Rhein­tal be­trof­fen, wie Köln in Ei­fel­nä­he oder Mann­heim, Lud­wigs­ha­fen und Spe­yer in der Nä­he des Pfäl­zer Wal­des, aber auch Leip­zig und Ber­lin be­ein­flusst durch den Thü­rin­ger Wald und den Harz“, sagt DWD-Experte Becker.
 
Im Bun­des­län­der­ver­gleich hat­te Ber­lin im ver­gan­ge­nen Jahr­zehnt mit durch­schnitt­lich 15,7 die meis­ten Hit­ze­ta­ge. Im Ver­gleich zu den 1950er Jah­ren hat sich die­se Zahl fast ver­drei­facht. Es fol­gen Bran­den­burg und Sachsen-An­halt. Die we­nigs­ten hei­ßen Ta­ge ver­zeich­ne­te Schles­wig-Hols­tein mit 3,7 Tagen. Im Ver­gleich zu den 1950er Jah­ren hat sich die Zahl der Hit­ze­ta­ge hier je­doch mehr als ver­vier­facht - der höchs­te An­stieg im Bun­des­län­der­ver­gleich.

Schä­den blei­ben ver­sicher­bar

Die Fol­gen von Hit­ze­schä­den sind be­reits sicht­bar: Der Be­lag von Au­to­bah­nen platzt auf, Ei­sen­bahn­schie­nen ver­bie­gen sich, Seen und Flüs­se dro­hen zu ver­schwin­den und Re­gio­nen zu ver­step­pen, mit ge­fähr­li­­chen Kon­se­quen­zen für die Was­ser­ver­sor­gung. Gleich­zei­tig neh­men ex­tre­me Wet­ter­er­eig­nis­se wie Stark­re­gen zu und ver­ur­sa­chen ka­tas­tro­pha­le Schä­den an Ge­bäu­den und In­fra­struk­tur.
 
„Die Schä­den blei­ben ver­si­cher­bar, wenn wir den men­schen­ge­mach­ten Kli­ma­wan­del be­gren­zen, so wie im Ab­kom­men von Pa­ris ver­ein­bart“, so Asmussen. „Da­ne­ben müs­sen wir auf die Fol­gen des Kli­ma­wan­dels rea­gie­ren. Das be­deu­tet Kli­ma­fol­gen­an­pas­sung, mehr Prä­ven­tion, um Städ­te, Häu­ser und In­dus­trie wi­der­stands­fä­hi­ger zu ma­chen und Schä­den zu be­schrän­ken.“

Über die Un­ter­su­chung:

Die Un­ter­su­chung ba­siert auf 1km x 1km-Ras­ter­da­ten des Cli­ma­te Data Center des Deut­schen Wet­ter­diens­tes . Be­rech­net sind die Ras­ter auf Ba­sis der Tem­pe­ra­tur­mes­sun­gen aus dem DWD-Mess­netz. Die VdS Scha­den­ver­hü­tung GmbH be­rech­ne­te für die mitt­le­re An­zahl der hei­ßen Ta­ge je De­ka­de den Ge­biets­mit­tel­wert der DWD-Ras­ter­fel­der für Deutsch­land, die Bun­des­län­der und 401 Land­krei­se.
Weitere Informationen finden Sie auf gdv.de  
Quelle: GdV Mediendienst

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