• Corona Betrüger

    Sorge der Versicherer

    Corona gibt Betrügern Auftrieb

Die deutschen Ver­siche­rer be­fürch­ten, dass die wirt­schaft­lichen Fol­gen der Corona-Pan­de­mie zu mehr Be­trugs­ver­suchen füh­ren. „Es gibt Hin­wei­se da­rauf, dass be­trugs­ver­däch­ti­ge Schä­den im Zu­sam­men­hang mit der Corona-Kri­se ste­hen. Die Ver­siche­rungs­bran­che ist da­rauf vor­be­rei­tet“, sagte der Vor­sit­zen­de der Kom­mis­sion Kri­mi­na­li­täts­be­kämp­fung im Ge­samt­ver­band der Deut­schen Ver­siche­rungs­wirt­schaft (GDV), Rüdiger Hackhausen, am Don­ners­tag in Berlin. Sowohl im pri­va­ten als auch im ge­werb­lichen Be­reich deu­te sich die­se Ent­wick­lung an.

1. Oktober 2020

Als Beispiele für be­trugs­ver­däch­ti­ge Schä­den nann­te Hackhausen an­geb­liche Ein­brüche, bei de­nen Sai­son­ware wie etwa Som­mer­be­klei­dung ge­stoh­len wor­den sein soll, die offen­bar nicht habe ver­kauft wer­den kön­nen. Eben­falls be­liebt bei Be­trü­gern: Ge­mel­de­te Schä­den an neuen elek­tro­ni­schen Ge­rä­ten wie Fern­se­hern. Das wie­derum deu­tet dem Ex­per­ten zu­fol­ge häu­fig da­rauf hin, dass das Ge­rät per Kre­dit fi­nan­ziert wur­de, der Ver­brau­cher die Ra­ten aber nicht mehr be­zah­len konnte.
„Aufgrund finan­ziel­ler Not­la­gen könn­te es eine Zu­nah­me von ,Ge­le­gen­heits­be­trü­gern‘ geben“, sag­te der Köl­ner Fach­an­walt für Straf- und Ar­beits­recht, Abdou Gabbar, der sich auch mit Be­trugs­mo­ti­ven und Tä­ter­pro­fi­len be­schäf­tigt.

Internet stellt Ver­siche­rer vor neue Her­aus­for­de­rungen

Die Motive von Be­trü­gern haben sich den Ex­per­ten zu­fol­ge im Lau­fe der Zeit kaum ver­än­dert – ihre Me­tho­den hin­ge­gen schon. Inter­net und Di­gi­ta­li­sie­rung führ­ten zu neuen Be­trugs­for­men und ver­ein­fach­ten die In­for­ma­tions­be­schaf­fung für die Täter. Mit we­ni­gen Klicks kön­ne man sich zum Bei­spiel in In­ter­net­fo­ren darüber in­for­mie­ren, wie eine Scha­den­mel­dung so glaub­haft for­mu­liert wer­den kön­ne, dass der ver­meint­liche Scha­den von einer Ver­siche­rung be­zahlt werde.
„Die Betrugs­ab­wehr der Ver­siche­rer hat darauf rea­giert, bei­spiels­wei­se durch die Wei­ter­ent­wick­lung von Soft­ware zur Er­ken­nung von Be­trugs­in­di­zien oder den Ein­satz spe­ziell ge­schul­ter Mit­ar­bei­ter“, sagte Hackhausen. Die Bild­fo­ren­sik ge­win­ne bei der Be­trugs­ab­wehr immer mehr an Be­deu­tung. Denn Be­trü­ger könn­ten mit Bild­be­ar­bei­tungs­pro­gram­men di­gi­ta­le Fotos ma­ni­pu­lie­ren oder im Inter­net kur­sie­ren­de Bil­der nut­zen. Diese wür­den dann als vi­suel­ler Scha­den­nach­weis vor­ge­legt. „Die Ver­siche­rer kön­nen bei­spiels­wei­se die Me­ta­da­ten aus­wer­ten und er­ken­nen, ob ein Foto ma­ni­pu­liert wurde“, sagte Hackhausen.

Jede zehn­te Scha­den­mel­dung ist be­trugs­ver­däch­tig

Branchen­schät­zun­gen zu­fol­ge ent­steht den Ver­siche­rern in der Scha­den- und Un­fall­ver­siche­rung durch Ver­siche­rungs­be­trug ein Scha­den von rund fünf Mil­liar­den Euro im Jahr. Die Unter­neh­men ge­hen davon aus, dass jede zehn­te Scha­den­mel­dung du­bios ist. Das be­stä­tigt unter an­de­rem eine ak­tuel­le re­prä­sen­ta­ti­ve infas quo-Um­fra­ge zum Ver­siche­rungs­be­trug im Auf­trag des GDV. Da­nach gaben zehn Pro­zent der Be­frag­ten zu, ent­we­der schon ein­mal einen Ver­siche­rungs­be­trug be­gan­gen zu haben oder kon­kret von einem Ver­siche­rungs­be­trug zu wissen.
Insgesamt ist die Ak­zep­tanz für Ver­siche­rungs­be­trug laut Um­fra­ge je­doch ge­ring. Nur jeder zehn­te Be­frag­te meint, dass es sich um ein Ka­va­liers­de­likt han­delt; nur 13 Pro­zent aller Be­frag­ten haben Ver­ständ­nis dafür, wenn Geld bei einer Ver­siche­rung er­schl­ichen wird. Jün­ge­re Be­frag­te bis 29 Jah­re haben aller­dings laut der ak­tuel­len Um­fra­ge ein an­de­res Un­rechts­be­wusst­sein: Hier zei­gen 20 Pro­zent Ver­ständ­nis für er­schliche­ne Leis­tun­gen.
Von allen Be­frag­ten hält nur jeder Zwei­te die Auf­deckung von Ver­siche­rungs­be­trug für wahr­schein­lich; bei den Jün­ge­ren sehen dies le­dig­lich 40 Pro­zent so. Knapp 70 Pro­zent der Be­frag­ten sind der Mei­nung, dass Ver­siche­rungs­be­trug vor allem die Kun­den selbst und nicht so sehr den Ver­siche­rer schä­digt. Bei den Jün­ge­ren glaubt dies nur die Hälfte.
Weitere Infor­ma­tio­nen fin­den Sie auf gdv.de.

Autorin

Pia Marie Wenholz

Pia Marie Wenholz

Pia Marie Wenholz ist Mit­­a­r­bei­­te­­rin der Öffent­lichen Olden­burg. Sie ist ver­ant­wort­lich für den Be­reich Pres­se und Kommu­ni­ka­tion.

Mail an "Wir sind Nähe"

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